Die sogenannte "Brennerstudie", jährlich herausgegeben vom Bundesverband der Phonographischen Industrie, bietet immer wieder erstaunliche Erkenntnisse. So legte der Branchenverband gestern, anlässlich des Tages des geistigen Eigentums, eine wahrhaft erstaunliche Zahl vor. Demnach sollen auf den Festplatten, MP3-Playern und Musikhandys der Deutschen derzeit 16,6 Milliarden Musikstücke gespeichert sein. Im Vorjahr sollen es noch 8,8 Milliarden gewesen sein.
Auf diese ganz und gar gewaltige Zahl, die zudem eine Verdopplung der digitalen Musik auf Deutschlands Computern binnen eines Jahres nahelegt, kommt der Verband durch eine einfache Rechnung. Demnach habe die aktuelle Brennerstudie 2007, für die 10.000 Konsumenten befragt wurden, ergeben, dass hierzulande durchschnittliche 614 MP3-Titel auf einer Festplatte liegen. Multipliziert mit den 23,5 Millionen Personen, die laut Phonoverband MP3-Musik hören, kommt man auf 14,4 Milliarden Songs, zu denen sich weitere zwei Milliarden Titel auf MP3-Playern sowie 128 Millionen auf Musikhandys gesellen.
Gewaltige Zahlen allemal. Denn zurückgerechnet bedeuten sie, dass statistisch gesehen jeder MP3-Hörer im vergangenen Jahr rund 331 neue Musiktitel auf PC, Player oder Handy überspielt hat.
Michael Haentjes, Vorsitzender der Deutschen Phonoverbände, fürchtet, durch diesen Trend zur Digitalisierung der Musik könne "das Gefühl für den Wert von Musik verloren" gehen, "weil eine Festplatte immer das Gleiche wiegt - egal ob 100, 1000 oder 10.000 Musikdateien darauf gespeichert sind".
Musikhandys weitgehend ungenutzt
Eine andere, ebenfalls vom Bundesverband Phono herausgegebene Zahl, stützt allerdings die Vermutung, dass Nachschub an MP3-Musik dringend benötigt wird. Denn nach Berechnungen des Verbands besitzen mittlerweile 23 Prozent der Befragten, insgesamt 14,7 Millionen Personen, einen MP3-Player. Das ist immerhin ein Sechstel der Bevölkerung. Die allerdings, sind im Schnitt nur mit 134 Songs befüllt. Dafür würde, ausgehend von der Annahme, dass ein typischer Popsong als MP3-Datei circa vier Megabyte belegt, schon fast ein Player mit nur 512 Megabyte Kapazität genügen.
Noch weit stiefmütterlicher werden jedoch die - oft als größte Bedrohung der MP3-Player bezeichneten - Musikhandys befüttert. Mit durchschnittlich nur 25 Songs werden die Mulitimedia-Mobiltelefone von ihren Besitzern beladen. Ein Grund für diese Zurückhaltung dürften die oft viel zu klein bemessenen Speicherkarten sein, die mit solchen Handys meist mitgeliefert werden.
Besonders beliebt sind die digitalen Abspielgeräte unter - Überraschung - Jugendlichen. Mindestens jeder Zweite hört seine Musik bereits unterwegs vom MP3-Player, Tendenz steigend.
mak
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