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27.04.2007
 

Online-Puppenspiele

Barbie wird virtuell

Reichlich spät versucht der Mattel-Konzern seinen Bestseller, die Barbie-Puppe, ins Internet-Zeitalter hinüberzuretten. Eine Barbie-Website samt virtueller-Welt sowie ein MP3-Player sollen die junge Kundschaft länger an die Marke binden.

In den USA hat die Barbie-Puppe, seit 48 Jahren ein Garant für gute Verkaufszahlen, ein Problem: Um satte 21 Prozent gingen die Verkäufe im letzten Quartal zurück. Der Grund für das mangelnde Interesse war schnell gefunden. Die Barbie-Zielgruppe der rund zehnjährigen Mädchen entwächst heute viel zu schnell dem Puppenspielalter. Wichtiger als An- und Ausziehspielereien sind MP3-Player und Webchats.

Barbie MP3-Player: Die Zielgruppe der 7- bis 12-Jährigen im Visier
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REUTERS

Barbie MP3-Player: Die Zielgruppe der 7- bis 12-Jährigen im Visier

Mit einer eigenen Website namens BarbieGirls.com will Hersteller Mattel nun versuchen, den verlorenen Boden wieder wettzumachen. Dort sollen sich die jungen Mädchen künftig, ganz nach dem Vorbild "Second Life", mit virtuellen Barbies vergnügen. Ist die Cyberpuppe fertig, kann die Puppenmutter ihr ein eigenes Pixelzimmer zimmern und in der Shopping-Mall auf Einkaufstour gehen. Bezahlt wird mit sogenannten "B Bucks", die man sich verdienen muss.

Natürlich gibt es auch Online-Spiele und Chat-Räume. Über allem aber wacht der Betreiber, der den Eltern versichert, sie könnten ihre Sprösslinge unbesorgt auf die pinkfarbene Website schicken. Schließlich gehe dort alles anonym vonstatten und die Kinder würden schon bei der Registrierung darauf hingewiesen, online niemals ihren echten Namen auszuplaudern.

Damit die lieben Kleinen auch ja nicht mit derber Sprache in Kontakt kommen, sind in öffentlichen Chaträumen nur bestimmte Begriffe erlaubt, die in einer Barbie-Datenbank hinterlegt wurden. Zudem, so heißt es in einer "Mitteilung an die Eltern", würden die Chats regelmäßig von Administratoren überwacht.

MP3-Player berechtigt für Chat

Mehr Freiheiten genießen die Mädchen beim sogenannten "Secret B Chat" in dem mehr erlaubt ist, aber immerhin noch ein Filter darüber wacht, dass auch ja keine unangebrachten Begriffe benutzt werden. Um in den Genuss dieser unerhörten Freiheit zu kommen, müssen allerdings beide Chat-Partnerinnen einen Barbie Girl-MP3-Player besitzen und mit ihren Computer verbunden haben. Das Abspielgerät fungiert quasi als digitaler Ausweis und Zugangsberechtigung.

Für rund 120 MP3-Songs soll das Gerät Platz bieten und in den USA ab Juli zu einem Preis von 59,99 US-Dollar angeboten werden.

Für den Herbst plant der Hersteller allerdings, seine Barbie-Community weltweit auszudehnen. bisher stehen zwölf Länder auf der Liste der Anwärterstaaten, die künftig auch in den Genuss der virtuellen Plastikwelt kommen sollen.

Bis dahin sollten die Betreiber allerdings die Zeit nutzen und ihre Server auf Vordermann bringen, denn schon kurz nachdem Start war das System offenbar so überlastet, dass es vom Netz genommen werden musste. Derzeit sieht man beim Aufruf der Seite nur die Meldung "Hey Mädchen, wir sind gerade dabei unsere Seite zur verbessern. Aber wir sind bald zurück."

mak

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