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Gefloppte Produkte Apples größte Fehler

6. Teil: Eine gescheiterte Online-Welt und Software als Baustein-Konzept

eWorld

eWorld: Online-Dorf für Besserverdiener

eWorld: Online-Dorf für Besserverdiener

Schon Mitte der achtziger Jahre hatte Apple einen eigenen Online-Dienst: AppleLink. Der blieb allerdings lange Zeit Händlern und Entwicklern vorbehalten. Mitte der neunziger Jahre dann wurde das Apple-Link-System überarbeitet und in eWorld umbenannt. Der neue Dienst sollte mit seiner bunten grafischen Oberfläche, in der die verschiedenen Dienstleistungen innerhalb eines digitalen Dorfes in verschiedenen Häusern "wohnten", auch unbedarften Anwendern den Online-Zugang ermöglichen. Zur Erinnerung: Mitte der Neunziger war das Internet noch weitgehend eine Textwüste, viele Anwender nutzten noch Mailboxsysteme wie das "Mausnetz".

Als Pferdefuß erwiesen sich wieder einmal die hohen Kosten, die Apple den eWorld-Anwendern aufbürdete. Schon die Grundgebühr lag bei neun Dollar. Dafür bekam man gerade mal zwei Stunden Online-Zeit. Jede weitere Stunde wurde, je nach Tageszeit, mit fünf bis sieben Dollar berechnet. Ein teures Vergnügen also. Da zeitgleich AOL seinen Service ausbaute und weit günstiger war, blieben die Abonnenten aus. Während eWorld binnen zwei Jahren nur knapp über 100.000 zahlende Kunden zählte, hatte es AOL auf 3,5 Millionen Nutzer gebracht. Die Konsequenz: Ende März 1996 schaltete Apple das elektrische Dorf endgültig ab.

Heute lebt das elektrische Dorf als Flash-Animation weiter. Wer mag, kann sich dort auf eine nostalgische Reise in die Vergangenheit begeben.

OpenDoc

Mit OpenDoc wollte Apple die Art, wie Programmierer arbeiten und Anwender mit Dokumenten umgehen, revolutionieren. Die Idee: Statt großer monolithischer Applikationen sollten die Programmierer kleine Mini-Progrämmchen schreiben, die nur wenige Funktionen, beispielsweise zur Texteingabe, bereitstellen. Dem Anwender blieb es nun überlassen, sich, ausgehend von einem leeren Dokument, mit der Maus jene Programmschnipsel zusammenzustellen, die er gerade brauchte.

Auf diese Weise sollten Programme übersichtlicher werden und auch kleine Firmen in der Lage sein, Software erfolgreich zu vermarkten. Während das Konzept wohlwollend aufgenommen wurde, stellten die Anwender schnell fest, dass OpenDoc für damalige Verhältnisse viel zu hohe Anforderungen an die Hardware stellte. Auf den meisten Macs lief es nur im Schneckentempo, so dass die Anwender lieber darauf verzichteten, OpenDoc-Software zu benutzen. Da sich kein kommerzieller Erfolg einstellen mochte und Apple damals ohnehin mit finanziellen Problemen zu kämpfen hatte, stellte Steve Jobs das Projekt kurzerhand ein und entließ auch gleich die damit befassten Programmierer. Laut Wikipedia kommentierte Jobs das Ende der Entwicklung mit den Worten: "Wir haben ihm (OpenDoc) eine Kugel durch den Kopf gejagt".

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insgesamt 206 Beiträge
M@ESW 14.06.2007
Habe letztens eine Doku über die Erfolgsstory des iPod gesehen. Ohne der Apple-Szene zu nahe treten zu wollen, aber die zu Wort kommenden "Experten" aus Wirtschaft, Musik, Medien, etc. waren sich alle einig das der iPod [...]
Habe letztens eine Doku über die Erfolgsstory des iPod gesehen. Ohne der Apple-Szene zu nahe treten zu wollen, aber die zu Wort kommenden "Experten" aus Wirtschaft, Musik, Medien, etc. waren sich alle einig das der iPod ohne die "fast kultische Hingabe" (so aus der Doku, nicht meine Worte) der Apple Kunden an die Firma recht schnell wieder in der Versenkung verschwunden wäre. Insbesondere da er zu einer ungünstigen Zeit kaum (Napster Prozess grade verloren, 9/11) und zu teuer war (offenbar waren damals eine beliebte Ausschreibungen von iPod nämlich "idiots price our devices" und "idiots pay overly prices").
DeeDeeBee 14.06.2007
Ist denn nicht gerade der ipod *das* Umsatzzugpferd von Apple mit den weltweit größten Marktanteilen? Wo wäre Apple ohne ipod?
Zitat von M@ESWInsbesondere da er zu einer ungünstigen Zeit kaum (Napster Prozess grade verloren, 9/11) und zu teuer war (offenbar waren damals eine beliebte Ausschreibungen von iPod nämlich "idiots price our devices" und "idiots pay overly prices").
Ist denn nicht gerade der ipod *das* Umsatzzugpferd von Apple mit den weltweit größten Marktanteilen? Wo wäre Apple ohne ipod?
M@ESW 14.06.2007
Eben. Und laut der Meinungen dieses Berichtes ist das nur der absoluten Hingabe der "Kernkunden" an alles was diese Firma auch bringt, egal was es auch sein mag, zu verdanken. Ansonten wäre der iPod still und leise [...]
Zitat von DeeDeeBeeIst denn nicht gerade der ipod *das* Umsatzzugpferd von Apple mit den weltweit größten Marktanteilen? Wo wäre Apple ohne ipod?
Eben. Und laut der Meinungen dieses Berichtes ist das nur der absoluten Hingabe der "Kernkunden" an alles was diese Firma auch bringt, egal was es auch sein mag, zu verdanken. Ansonten wäre der iPod still und leise untergegangen wenn er halt nicht von Apple gewesen wäre.
DeeDeeBee 14.06.2007
Sie glauben, dass bei einem Marktanteil von stattlichen 57,3% an allen Playern, dieser nur durch "Kernkunden" von Apple erreicht wurde, während der Mac, ja wohl Aushängeschild von Apple, nur 2,6 % Marktanteil im [...]
Zitat von M@ESWEben. Und laut der Meinungen dieses Berichtes ist das nur der absoluten Hingabe der "Kernkunden" an alles was diese Firma auch bringt, egal was es auch sein mag, zu verdanken.
Sie glauben, dass bei einem Marktanteil von stattlichen 57,3% an allen Playern, dieser nur durch "Kernkunden" von Apple erreicht wurde, während der Mac, ja wohl Aushängeschild von Apple, nur 2,6 % Marktanteil im Computerbusiness aufweist? Ich bin eher der Überzeugung, dass der ipod, unabhängig davon, ob Apple oder nicht, einfach das richtige Gerät zum richtigen Zeitpunkt, während die Anderen noch schliefen, seinen Siegeszug angetreten hat. Nur die "Kernkunden" stemmen einen solchen exorbitanten Anteil am Weltmarkt eines Consumergerätes nicht.
williamgibson 14.06.2007
Die ganze Apple Historie ist doch seit dem Aufstieg von Microsoft immer ein Kampf ums Überleben gewesen. Ist doch schon bemerkenswert, dass Apple überhaupt noch existiert (überspitzt gesagt) ...
Die ganze Apple Historie ist doch seit dem Aufstieg von Microsoft immer ein Kampf ums Überleben gewesen. Ist doch schon bemerkenswert, dass Apple überhaupt noch existiert (überspitzt gesagt) ...
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