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09.07.2007
 

Konsolenkrieg

Sony senkt Preis der Playstation 3

Kurz vor dem Start der Spielemesse Electronic Entertainment Expo hat Sony angekündigt, seine Spielkonsole Playstation 3 künftig billiger anzubieten. Der Preis für die Version mit einer 60 Gigabyte-Festplatte soll um 100 Dollar fallen - zunächst aber nur in Nordamerika.

Parallel zu der Preissenkung für die Playstation 3 (PS3) mit 60-Gigabyte-Festplatte kündigte Sony an, man werde künftig in Nordamerika auch ein Konsolenmodell mit 80 Gigabyte Speicherkapazität anbieten. Das soll dann 600 US-Dollar kosten, soviel wie bislang das Modell mit 60 Gigabyte. Dem neuen, teuren High-End-Modell wird zudem das hochgelobte Rennspiel "Motorstorm" beigelegt.

Die kleinere Version mit 60 GB Speicher soll nun für 499 Dollar angeboten werden. Das neue Modell unterscheide sich ansonsten nicht von der bislang verkauften Konsole, sagte eine Sony-Sprecherin in Tokio: "Es hat die selben Eigenschaften, aber mehr Speicherkapazität." Eine vergleichbare Preisreduktion für europäische Kunden sei zunächst aber nicht geplant.

Sony hat mit seiner neuen, technisch hochgezüchteten Spielkonsole einige Probleme. Zuerst wurde der Start mehrfach verschoben, nach Unternehmensangaben vor allem wegen Schwierigkeiten mit den Blu-ray-Laufwerk, das hochauflösende DVDs abspielen kann. Das teure Laufwerk und andere High-Tech-Komponenten sind auch dafür verantwortlich, dass die Konsole die teuerste auf dem Markt ist - und das wird sie auch nach der Preissenkung bleiben.

In den USA verkauft beispielsweise der Rivale Microsoft eine aufgebohrte Version seiner Xbox 360, mit 120 Gigabyte Festplattenplatz und einem HDMI-Anschluss (siehe Kasten) für hochauflösende Video-Übertragung. Die Konsole mit dem Kampfnamen "Elite" wird für 480 US-Dollar verkauft. Besitzer einer Xbox 360 können auch eine Festplatte mit 120 Gigabyte Kapazität zum Nachrüsten für 180 US-Dollar erwerben. Gegenüber SPIEGEL ONLINE kündigte Microsoft an, die "Elite"-Xbox werde bald auch in Deutschland verfügbar sein.

Schlecht für Microsoft, gut für Nintendo

Der lachende Dritte im Konsolenwettstreit ist derzeit Nintendo: Deren Wii genannte Konsole verkauft sich weltweit hervorragend - in den USA laut der "New York Times" sogar so gut, dass sich Schlangen vor den Läden bilden und Wiederverkäufer im Internet das doppelte des eigentlichen Preises von 250 US-Dollar verlangen. Auch in Japan verkauft sich die Wii-Konsole deutlich besser als die PS3. Vor diesem Hintergrund hatte Nintendos Marketingchef Ende Mai gar getönt: In spätestens fünf Jahren wolle man Sony eingeholt haben.

HDTV: Hochauflösendes Abkürzungs-Wirrwarr

HDTV steht für High Definition Television. Nach den Vorstellungen der Hersteller von Unterhaltungselektronik soll es die alten TV-Standards wie PAL (576 sichtbare Zeilen) und NTSC (USA, 480 Zeilen) ablösen und mit höherer Auflösung und stabilerem Bild das Heimkino schöner machen. HDTV-Inhalte können mit 720 Zeilen im Progressive-Scan-Verfahren dargestellt werden (720p), das heißt, jedes Bild wird bei jedem Durchgang komplett neu aufgebaut. Die Alternative heißt 1080i, hat zwar mehr Bildzeilen zu bieten (nämlich 1080), von denen aber pro Durchgang abwechselnd nur jede zweite neu gezeichnet wird (interlaced-Verfahren, daher das 'i').
Für Microsoft kommt Sonys Ankündigung zu einem ungünstigen Moment: Der Konzern ist mit seiner Xbox 360 eben in größere Schwierigkeiten geraten. Ein Drittel bis die Hälfte aller Konsolen müssen wegen fehlerhafter Hardware repariert werden. Mit Kosten zwischen 1,05 Milliarden Dollar und 1,15 Milliarden Dollar (750 Millionen Euro) vor Steuern rechnet der Konzern nach eigenen Angaben. Ein Branchenanalyst sagte der "New York Times", Sonys Preisreduktion verändere vor diesem Hintergrund "wirklich das Spielfeld in diesem Sommer".

Ab Mittwoch trifft sich die Branche in Santa Monica in Kalifornien zur abgespeckten Version der früher größten Videospielmesse der Welt, der Electronic Entertainment Expo (E3). Sony kommt mit seiner Ankündigung dem Verkündungsmarathon zuvor, der solche Industrieversammlungen üblicherweise auszeichnet. In diesem Jahr erwarten viele Branchenbeobachter allerdings, dass sich die großen Konzerne einige "Announcements" für die Games Convention aufheben, die im August in Leipzig stattfindet. Die europäische Spielemesse gewinnt durch die Reduktion der E3 auf ein reines Branchenevent an Gewicht.

cis/AP/AFP

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