Außerirdische Luftfahrzeuge jedenfalls zeigen die Bilder aus der Karibik nicht, ist Ufo-Skeptiker Werner Walter sicher. Trotzdem sei beeindruckend, wie "gravierend und revolutionär" die Technik seit den frühen Tagen der gefälschten Alienvideos fortgeschritten sei. "Die zweideutigen, unscharfen Aufnahmen sind Vergangenheit", die hehre Tradition des Ufo-Filmchens jedoch werde gewahrt: "Auch die neuen sehen immer noch aus wie fliegende Untertassen." Er habe sich über die eindrucksvollen Bilder wirklich gefreut, sagt Walter, schließlich "bin ich ja auch ein Filmfreak". Aber: "Dann kommt natürlich die Frage, was sind jetzt wieder die Auswirkungen."
Fliegende Zylinder aus feuerfestem Papier
Die Auswirkungen der anderen Alien-Invasion erlebt der Ufo-Aufklärer fast täglich am Telefon: Von einer "Himmels-Seuche" spricht Walter, und meint die schwebenden Papierlaternen, die in diesem Sommer bei Hochzeiten und Gartenfesten en vogue sind. Ballons oder Zylinder aus feuerfestem Reispapier, die sich dank eines Brandplättchens unter einer Öffnung in Mini-Heißluftballons verwandeln und lyrisch leuchtend in den Abendhimmel schweben. Das Unternehmen von Patrick Christopher (Partyballon.de) verkauft solche Ballons schon seit 15 Jahren - heuer aber erleben die schwebenden Lampions einen Boom. Seitdem die fliegenden Papierlaternen in großem Stil bei den Gedenkfeiern für die Opfer des Tsunami in Südostasien im Dezember 2004 eingesetzt wurden, wächst ihre Popularität. Inzwischen verkaufen auch noch ein paar Wettbewerber Flugobjekte aus Papier.
"Wir können nicht klagen", sagt Christopher heiter, wenn man ihn fragt, wie das Geschäft läuft. Viele Kunden bestellten gleich 10 oder 20 der Leuchtkörper für eine Festivität. Die steigen maximal 100 bis 200 Meter hoch, an einem kühlen Sommerabend schweben sie in etwa 50 bis 60 Metern Höhe. Die Größe der Objekte sei dann schwer einzuschätzen, gibt Christopher zu bedenken, sie könnten "natürlich den Eindruck vermitteln", dass es sich um fremdartige Flugobjekte handele. Ansonsten aber seien die Fluglaternen völlig ungefährlich - nach etwa fünf bis zehn Minuten verlöscht der sogenannte Brennteller, kurz darauf beginnt der Ballon, je nach Außentemperatur, sanft zu Boden zu gleiten. Einzige Einschränkung: Näher als 50 Kilometer an einem Flughafen dürfen die Papierballons nicht aufsteigen.
Werner Walter ist sicher: Die Ufo-Welle wird noch mindestens den Rest des Sommers über anhalten, sein Telefon wird weiterklingeln. "Die Sommerzeit ist noch nicht um", sagt er mit einer gewissen Resignation, "die Party geht weiter."
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