Von Matthias Kremp
Ein Mitnahmeartikel wird der Desktop Factory 125 ci genannte Drucker trotz seines bahnbrechenden Preises nicht werden. Stolze oder bescheidene - je nach Sichtweise - 4995 Dollar (umgerechnet etwa 3600 Euro) verlangt der Hersteller für seinen Printer der besonderen Art. Für einen 3D-Drucker ein geradezu sensationell günstiges Angebot.
Desktop Factory 125ci: Für 4995 Dollar ein Schnäppchen unter den 3D-Druckern
Unter dem Begriff Rapid Prototyping gibt vergleichbare Maschinen schon seit zwei Jahrzehnten. Die Geräte verwandeln am Computer erstellte Modelle zu dreidimensionalen, anfassbaren und anschaubaren Gegenständen. In Unternehmen verschiedener Industriesparten werden sie beispielsweise benutzt, um noch während der Entwicklung eines neuen Produkts überprüfen zu können, ob dessen Bauteile auch wirklich stimmig zusammenpassen.
Alles nur Plastik
Und das soll nun bald auch für kleine Firmen, Selbstständige und Schulen möglich sein, denn der Desktop Factory 125ci kann mit Daten aus Standard-PC-Programmen gefüttert werden. Geschäftskorrespondenz, Liebesbriefe und Steuererklärungen wird man mit ihm freilich nicht zu Papier bringen können. Stattdessen werden 3D-Daten erwartet.
Denn zweidimensionales wie Papier gehört nicht zu den Medien, mit denen der 3D-Drucker etwas anfangen kann. Stattdessen dient ein Kunststoffpuder als Grundlage für die dreidimensionalen Ausdrucke. Dieses Pulver, so verspricht es der Hersteller, soll sogar billig sein. Allerdings dürfte es immer noch weit teurer als herkömmliche Druckertoner oder -Tinten sein.
Äußerlich erinnert der Billig-Replikator an einen Laserdrucker der ersten Generation. Mit Abmessungen von ca. 65 x 51 x 51 Zentimetern und einem Betriebsgewicht von rund 45 Kilogramm, sollte man ihm schon einen speziellen Platz im Büro reservieren. Ein eigenes Kühlsystem oder Vergleichbares, wie es bei bisherigen 3D-Druckern meist notwendig ist, kann man sich sparen.
Es geht auch mit Schokolade
Dass es für derartige Geräte einen Markt gibt, scheint sich für die Entwicklerfirma zu bestätigen. Auf die Ankündigung hin, einen 3D-Printer im Preisbereich unter 10.000 Dollar anbieten zu wollen, konnte sich Desktop Factory nach eigenen Angaben kaum noch vor Anfragen retten. Als Reaktion hat man nun beschlossen, schon jetzt Vorbestellungen für das Gerät anzunehmen.
Die ersten 1000 Interessenten müssen allerdings eine Anzahlung in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises, also 495 Dollar, bei Desktop Factory hinterlegen. Damit sichert sich das Unternehmen nicht nur Einnahmen, lange bevor die ersten Serienmodelle die Fabrik verlassen, sondern lässt sich zudem von seinen Kunden einen netten zinslosen Kredit einräumen. Denn ausliefern will man den 3D-Drucker erst 2008 - wann genau, verrät der Hersteller noch nicht. Nur so viel lässt man durchblicken, dass es sich dabei vorerst nur um "erste Lieferungen" handeln soll.
Wer nicht so lange warten und zudem einiges an Geld sparen will, kann sich einen 3D-Drucker allerdings auch selber bauen. Unter der Bezeichnung Fab@home gibt es ein Open Source-Projekt, dass sich der Entwicklung eines Selbstbau-"3-D-Druckers verschrieben hat. Den soll jeder begabte Bastler selbst zusammensetzen können. Und das Beste daran: Der Eigenbau-Replikator soll sogar mit Schokolade drucken können. Da eröffnen sich doch ungeahnte, wenngleich kalorienreiche, Möglichkeiten der Freizeitbeschäftigung.
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