Von Gregor Wildermann
Abseits der markanten Identifikationsfigur liegt die wohl beste Erklärung für den Erfolg der Spielserie vor allem in der Spielmechanik. Diese Struktur belohnt die ständige Variation der eigenen Vorgehenstaktik und den Wechsel der jeweiligen Mittel zum Zweck, seien es Waffen oder Fahrzeuge.
Die intelligenten Gegner ändern dabei fast immer ihr Verhalten und so spielt sich selbst bei mehreren Wiederholungen ein bestimmte Sequenz ganz unterschiedlich. Der Spieler hat die Auswahl zwischen vier Schwierigkeitsstufen, "Heldenhaft" für Spielprofis, für Anfänger ist eher "Normal" geeignet.
Das Spiel selbst besteht aus insgesamt zehn Levels mit jeweils drei bis vier Unterabschnitten und nur die Sektion unter dem Namen "Durchgedreht" dürfte wegen ihrer Unübersichtlichkeit bei Spielern und Kritikern ein paar Schimpfworte provozieren. Gleiches gilt für manch Nahaufnahme der menschlichen Gesichter, bei denen die Haut leider wie ein Gammelfleischdöner aussieht.
Auch Teile der deutschen Synchronisation - inklusive einem fehlbesetzten B-Promi wie dem Pro7-Moderator Elton - stören. Für das wirkliche Ende des Spiels sollte man nicht zu ungeduldig sein - erst nach dem vollständigen Durchlauf des Abspanns erfahren die Spieler, wie es um die Zukunft des Master Chief bestellt ist.
Julia Roberts ballert sich gern durch Halo
Bei "Halo 3" nur die Einzelspielerkampagne zu bewerten, wäre oberflächlich. Weltweit investierten Spieler bisher gut 650 Millionen Onlinestunden in die ersten beiden Halo-Teile und nun wurde der Onlinemodus nochmals um diverse Funktionen und Optionen erweitert. Vor allem die Möglichkeit von persönlichen Mitschnitten ganzer Spielszenen oder die Erstellung individualisierter Spiellevel mittels des Editors "Die Schmiede" dürften gewährleisten, das die Zahl der "Halo-Witwen" enorm ansteigt.
Doch selbst in diesem Punkt kann man noch überrascht werden, denn während Shooter sonst generell bei Frauen kaum beliebt sind, wird Bungies Spiel für diese neue Zielgruppe als besonders Einsteigerfreundlich gepriesen. Und wer hätte gedacht, dass selbst die Schauspielerin Julia Roberts sich in Interviews als begeisterte Halo-Spielerin zu erkennen gibt?
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