Anfang der Achtziger soll Alexander Haig, einst US-General, später Stabschef des Weißen Hauses unter Nixon, Nato-Oberfehlshaber für Europa und Kurzzeit-Außenminister der Reagan-Regierung, sich einmal öffentlich auf die nächste Generation gefreut haben: Viel bessere Reflexe werde die haben, glaubte er, weil sie mit Videospielen aufwüchsen - ideale Soldaten. Beim britischen Government Communications Headquarter GCHQ, dem auf Überwachung spezialisierten Arm der britischen Geheimdienste, scheint man in ähnlichen Bahnen zu denken.
Denn als erster Geheimdienst der Welt wird das GCHQ nun zum Werbekunden eines Spieleherstellers. Der heißt in diesem Fall Ubisoft und vertreibt das Spionage-Spielchen "Double Agent". Im Spiel wird es künftig Werbeanzeigen für die britischen Geheimdienste geben - und natürlich geht es vor allem darum, Nachwuchs zu rekrutieren.
Das GCHQ wolle "den Gedanken in die Köpfe junger Menschen pflanzen", sich mit einer Karriere in den geheimdiensten zu beschäftigen, erklärte eine Sprecherin der "Times". Die herkömmlichen Anwerbemethoden "mit Hochglanzbroschüren" reichten heute nicht mehr. Die Geheimdienste brauchten Computer-erfahrene, technisch gebildete, schnell denkende Bewerber. Kriterien, die Spieler, die sich in entsprechenden Spielwelten zudem mit der Welt der Geheimdienste identifizieren, möglicherweise erfüllen.
Die britischen Geheimdienste sind bekannt dafür, immer wieder ungewöhnliche Wege zu wählen, wenn sie um Nachwuchs werben. Schon vor Jahren veranstalteten sie Code-Knacker-Wettbewerbe im Internet. Wer es schaffte, in einen Server einzubrechen, bekam einen Job angeboten.
pat
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