• Drucken
  • Senden
  • Feedback
19.10.2007
 

Spionage

Geheimdienst wirbt Nachwuchs unter Spielern

Wer Werbung schaltet, möchte dies gern ohne Streuverluste tun: Nichts ist besser, als Menschen zu erreichen, die sich tatsächlich für das Beworbene interessieren. Der britische Geheimdienst schaltet nun Werbeanzeigen in Computerspielen, in denen es um Spionage geht.

Anfang der Achtziger soll Alexander Haig, einst US-General, später Stabschef des Weißen Hauses unter Nixon, Nato-Oberfehlshaber für Europa und Kurzzeit-Außenminister der Reagan-Regierung, sich einmal öffentlich auf die nächste Generation gefreut haben: Viel bessere Reflexe werde die haben, glaubte er, weil sie mit Videospielen aufwüchsen - ideale Soldaten. Beim britischen Government Communications Headquarter GCHQ, dem auf Überwachung spezialisierten Arm der britischen Geheimdienste, scheint man in ähnlichen Bahnen zu denken.

Stellenanzeige: Britischer Geheimdienst sucht im Spiel "Tom Clancy's Splinter Cell: Double Agent" Mitarbeiter
Zur Großansicht
AP / Massive

Stellenanzeige: Britischer Geheimdienst sucht im Spiel "Tom Clancy's Splinter Cell: Double Agent" Mitarbeiter

Denn als erster Geheimdienst der Welt wird das GCHQ nun zum Werbekunden eines Spieleherstellers. Der heißt in diesem Fall Ubisoft und vertreibt das Spionage-Spielchen "Double Agent". Im Spiel wird es künftig Werbeanzeigen für die britischen Geheimdienste geben - und natürlich geht es vor allem darum, Nachwuchs zu rekrutieren.

Das GCHQ wolle "den Gedanken in die Köpfe junger Menschen pflanzen", sich mit einer Karriere in den geheimdiensten zu beschäftigen, erklärte eine Sprecherin der "Times". Die herkömmlichen Anwerbemethoden "mit Hochglanzbroschüren" reichten heute nicht mehr. Die Geheimdienste brauchten Computer-erfahrene, technisch gebildete, schnell denkende Bewerber. Kriterien, die Spieler, die sich in entsprechenden Spielwelten zudem mit der Welt der Geheimdienste identifizieren, möglicherweise erfüllen.

Die britischen Geheimdienste sind bekannt dafür, immer wieder ungewöhnliche Wege zu wählen, wenn sie um Nachwuchs werben. Schon vor Jahren veranstalteten sie Code-Knacker-Wettbewerbe im Internet. Wer es schaffte, in einen Server einzubrechen, bekam einen Job angeboten.

pat

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
alles aus der Rubrik Spielzeug

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP