Von Matthias Kremp
Ich habe einen ganz bescheidenen, wenn auch schwer erfüllbaren Wunsch: Ich möchte mal eine Woche, oder lieber gleich einen ganzen Monat, nicht mehr über iProdukte schreiben müssen. Ganz besonders nicht über jenes iProdukt, mit dem man telefonieren kann. Und das, obwohl mir eben jenes Gadget mittlerweile so sehr ans Herz gewachsen ist, dass man es mir nur noch schwerlich entreißen könnte. Daran werden auch die teils neidischen, teils skeptischen Blicke meiner Sitznachbarn in der U-Bahn nichts ändern.
Was ist geschehen, warum wünscht man sich sowas? Ein kurzer Blick ins SPIEGEL-ONLINE-Archiv belehrt mich, ich hätte im scheidenden Jahr 56 Artikel über eben jenes iProdukt geschrieben. Sechsundfünfzig. Also jede Woche mindesten einen - und das Jahr ist noch nicht zuende. Dabei gab es auch an anderen Themen keinen Mangel. Aber Sie, lieber Leser, wollten das doch auch, oder? Es gab im scheidenden Jahr jedenfalls kaum ein IT-Thema, dass auch beim Leser mehr Aufmerksamkeit fand.
Da mir die Erfüllung meines iWunsches also wohl verwehrt bleiben wird (schließlich dräut schon die nächste Welle neuer iProdukte), wünsche ich mir lieber etwas realistischeres.
Das kleine Schwarze für das kleine Weiße
Ich leide normalerweise nur selten am Haben-wollen-Effekt. Aber als ich am letzten Samstag auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt an einer Gravis-Filiale vorbeikam, wurden meine Augen doch wie magisch von etwas angezogen, dass dort zu sehen war: von einer Notebook-Tasche im St.-Pauli-Design. Nicht, dass die Welt darauf gewartet hätte - und ich als Nicht-Fussball-Fan ohnehin nicht - aber diese Tasche hatte es mir sofort angetan. Schlicht schwarzes Neopren, Totenkopfsymbol und St.-Pauli-Schriftzug, was könnte es besseres geben, um sich auf Reisen als Hamburger Jung zu outen? Und mit knapp 25 Euro ist das doch wohl ein bezahlbarer Wunsch.
Anders sieht es da schon bei Wunsch Nummer zwei aus. Das dürfte gerne ein Flachbildfernseher sein. 37 Zoll Bilddiagonale soll er höchstens haben, eigentlich reichen mir 32. Das ist groß genug für kleines Kino aber noch nicht so wuchtig, dass man das Gefühl bekäme, das Wohnzimmer wäre um den Bildschirm herum gebaut worden.
Fürs normale Fernsehen brauche ich so einen Riesenapparat eigentlich nicht. Da würde es auch das alte Röhren-TV noch tun. Aber die neue Medienwelt zwingt mich geradezu, auf einen HD-Fernseher umzusteigen. Der digitale Medien-Receiver im Wohnzimmer ist nur mit Mühe und einer teuren Adapterbox von Hama mit den Anschlüssen meiner analogen Glotze zusammenzubringen. An digitalen Stöpseln herrscht hingegen kein Mangel. Aber über die passenden Gegenstücke verfügen eben nur Flachbildfernseher.
Wichtig für mich: Der neue Flachmann soll bitteschön nicht HD Ready sein. Wenn schon, denn schon, sage ich mir und verlange als Minimalvoraussetzung das Maximum: Full HD. Das wiederum ist bei den Geräten der 32-Zoll-Klasse nur selten zu finden. Spezialisten werden jetzt eh aufheulen: Full HD mache bei dieser Größe gar keinen Sinn, da müsse man viel zu nah an das Gerät heranrücken, um die hohe Auflösung auskosten zu können.
Aber solch pragmatischen Argumenten verschließe ich mich. Auch meinen Röhrenfernseher habe ich gegen den Trend gekauft: Nur 61 Zentimeter misst der in der Diagonale und ist doch im kinotauglichen 16:9-Format gebaut. Als ich mir den geleistet habe, gab es gerade mal zwei Geräte auf dem Markt, die diese Kombination boten. Das Konkurrenzprodukt schoss sich damals aus dem Rennen, weil es nur in Weiß lieferbar war.
Und auch jetzt wäre das Angebot in meiner Wunschkombination nicht viel größer. Immerhin: Sharp hat einen Fernseher im Angebot, der zu mir passt, den LC-32 X20E. Billig ist der nicht, ist aber auch erst im Februar lieferbar. Da habe ich noch ein wenig Zeit, das nötige Kapital anzusparen.
Bis dahin bleibe ich bei bescheideneren Wünschen: Ein Kopfhöreradapter für das iProdukt soll es sein. Den gibt es von Belkin. Er schafft den Trick, ganz normale Kopfhörer anstelle der mitgelieferten Plärrstöpsel an jenes Gerät, über das ich so gern mal nicht berichten würde, anzuschließen. Dann kann ich endlich wieder meinen Koss-Kopfhörer zum Musikhören benutzen. Der sieht zwar ausgesprochen gewöhnungsbedürftig aus, klingt aber fantastisch. Und außerdem: Belkins Adapter kostet nur 9,90 Euro. Das passt noch ins Weihnachtsbudget.
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