Von Matthias Kremp
Die Nachricht erregte Aufsehen. Toshiba werde die Produktion von HD-DVD-Playern einstellen, meldete die Nachrichtenagentur Reuters am Wochenende unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Der Konzern reagierte umgehend - mit einer zweizeiligen Erklärung, in der es hieß, man habe keine Ankündigung bezüglich der HD DVD gemacht. Von wegen. An diesem Dienstag folgte das offizielle Eingeständnis: Bis Ende März wird der Konzern die Produktion von HD-DVD-Geräten einstellen.
Damit hat eine mehrjährige Schlammschlacht ein Ende gefunden. Der Sieger: Sonys Blu-ray-Standard.
Die klassische DVD bietet nicht mehr genug Speicherplatz für hochauflösende Videos - Toshiba und NEC präsentierten zu Beginn des Jahrtausends als Nachfolger die HD-DVD, Sony legte wenig später die Blu-ray-Disc vor. Im Spätsommer 2005 scheiterten Verhandlungen der Rivalen über ein gemeinsames Format. Weder Hardware-Hersteller noch Filmstudios konnten sich auf eine Linie verständigen. Als 2006 dann die ersten Abspielgeräte auf den Markt kamen, war die Nachfrage verhalten - erst mit der Einführung der Playstation 3, die ab Werk mit Blu-ray ausgerüstet ist, kam die Sache in Schwung.
Warner versetzte der HD-DVD den Todesstoß
Die schwindenden Absatzzahlen versuchte Toshiba im Weihnachtsgeschäft mit Sonderangeboten und großzügigen Filmbeigaben zu verbessern. Die Stimmung im HD-DVD-Lager verbesserte das freilich nicht. Am 5. Januar dann versetze das Filmstudio Warner Bros. der HD DVD den entscheidenden Schlag: Es kündigte an, hochauflösende Filme künftig nur noch auf Blu-ray-Discs zu veröffentlichen und keine HD-DVDs mehr zu produzieren.
In den folgenden Wochen hagelte es weitere Hiobsbotschaften für das HD-DVD-Lager. Am Montag vor einer Woche kündigte schließlich der US-Online-Videoverleih Netflix an, sein HD-Videosortiment exklusiv mit Blu-ray-Scheiben zu bestücken. Und am Freitag folgte der größte US-Einzelhandelskonzern, Wal-Mart, mit einem Blu-ray-Bekenntnis. Man werde in den 4000 Ladengeschäften der Kette künftig ausschließlich diese Discs und zugheörige Player anbieten - und die HD-DVD samt Zubehör aus dem Programm nehmen.
Dass Toshiba nun sein Format beerdigt, ist konsequent. Dabei hatte die HD-DVD einige Vorteile. Dazu gehörte vor allem, dass die Player von Anfang an netzwerkfähig ausgelegt waren, interaktive Funktionen boten und per Software um neue Funktionen ergänzt werden konnten. Blu-ray hinkte hinterher. Erst jetzt kommen neue Player auf den Markt, die das sogenannte Blu-ray-Profil 2.0 unterstützen. Damit sind dann auch interaktive Blu-ray-Discs und die Kombination der Filme mit Web-Inhalten möglich.
Eigentlich eine tolle Sache, die allerdings nicht überall mit Jubel aufgenommen wird. Denn ältere Player, die noch mit dem Blu-ray-Profil 1.0 oder 1.1 ausgeliefert wurden, können nicht aufgerüstet werden. Wer also optimistisch einen der teuren Player der ersten Generation angeschafft hat, wird damit zwar auch künftig neue Filme abspielen können. Deren Zusatzfunktionen und Gimmicks bleiben ihm aber verschlossen.
Ist Microsoft vorbereitet?
Nach Toshibas Ausstieg bleibt nur noch ein großer HD-DVD-Unterstützer übrig: Microsoft. Allerdings hat der Windows-Konzern das Format bislang nur halbherzig genutzt, indem er ein externes HD-DVD-Laufwerk für die Xbox 360 auf den Markt brachte und die Konsole so zum HD-Videoplayer machte. Software oder Spiele auf HD-DVD-Scheiben gibt es bis heute aber nicht.
Beliebt ist Microsofts Laufwerk trotzdem - unter anderem, weil es vergleichsweise günstig ist und auch in PCs eingesetzt werden kann. Kaum machte das Gerücht von Toshibas Ausstieg die Runde, wurde gemutmaßt, Microsoft entwickle bereits ein Blu-ray-Laufwerk für die Xbox 360 und könne ein entsprechendes Laufwerk schon in wenigen Monaten auf den Markt bringen. Schließlich hatte ein Microsoft-Manager im Januar angekündigt, man halte es sich offen, auf der Xbox 360 Blu-ray-Technologie zu unterstützen. Konkrete Pläne stehen noch allerdings aus.
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Ich würde niemanden empfehlen seine Geräte auf den Müll zu werfen um unbedingt auf FullHD und Blueray zusetzen, wer allerdings seinen schrottreifen Fernseher und DVD Player ohnehin austauschen will sollte es sich durchaus [...] mehr...
Das klingt ja fast so, als würden wir alle per staatlicher Zwangsverordnung zum Kauf der neusten Unterhaltungstechnologie gezwungen. Ich verstehe diese Panikmache nicht, wenn Sie mit bestimmten Medien ein Problem haben/Ängste [...] mehr...
Die Zukunft ist sicherlich HDTV, trotzdem komme ich mir als Kunde ziemlich manipuliert vor, denn gegenüber dem Analog-TV wurde die digitale Qualität erstmal deutlich reduziert um sie jetzt mit neuen teuren Geräten wieder [...] mehr...
Ich bin davon überzeugt, dass die BlueRay DVD der letzte Standard ist, den wir zur Distribution von Filmen als Träger für Bild und Tonmaterial werden akzeptieren müssen. Die Zukunft der Distribution von Filmen ist sicher das [...] mehr...
Das ist der springende Punkt. Sehr, sehr viele Haushalte würde sich immer noch über 1000er DSL freuen und kriegen nicht mal das. Ich würd mich hingegen als nächstes endich über 2000er DSL freuen, ich krieg leider auch nur ca. [...] mehr...
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