Sollten die Verhandlungen, über die unter anderem die "Financial Times Deutschland" (FTD) berichtet, zum Abschluss kommen, würden iPods und iPhones gewissermaßen zum Sound-Datenträger: Statt im Laden eine CD zu erwerben oder sich Songs aus dem iTunes-Store auf die heimische Festplatte herunterzuladen, könnten sich Apple-Kunden mit dem Kauf des Gerätes auch einen Direktzugang zum Gesamtkatalog zulegen. Musik käme beim iPhone vermutlich direkt und drahtlos aufs Handy. Die Geräte würden dann teurer - die Musik gäbe es anschließend aber umsonst.
iPhone: Gerät gekauft, Musik mitbezahlt?
Bei Apple läuft das bislang eher umgekehrt, obwohl iTunes schon lange im Markt ist und diesen weitgehend beherrscht: Der Löwenanteil aller Umsätze von Apple Inc. Kommt nach wie vor aus den Verkäufen von Geräten.
"Es geht darum, wer zuerst blinzelt"
Die "Financial Times" aus London zitiert einen namentlich nicht genannten Musikmanager mit den Worten, Marktforschung habe ergeben, dass Konsumenten bis zu 100 Dollar für lebenslangen unbegrenzten Zugang zu Musik zu zahlen bereit wären. Alternativ wäre auch ein Abo-Modell für einen Preis von 7 bis 8 Dollar pro Monat denkbar. Einer der ungenannten Manager sprach dem Bericht zufolge von einem Kräftemessen zwischen Apple und der Branche: "Es geht darum, wer zuerst blinzelt, und ob überhaupt jemand blinzelt."
Abo-Modelle wären de facto nur für das iPhone möglich, denn damit könnten die monatlichen Gebühren über die Telefonrechnung abgerechnet werden, bei iPods wäre ein ähnliches Modell schwieriger zu realisieren. Der "Financial Times" zufolge sind Abo-Modelle im Gespräch, innerhalb derer die Kunden 40 oder 50 Stücke im Jahr dauerhaft behalten können, während der Rest offenbar nur zum Anhören, aber nicht zum Abspeichern zur Verfügung stünde - beziehungsweise verfiele, wenn das Abonnement gekündigt würde.
Die Musikindustrie steht Apple seit Jahren kritisch aber machtlos gegenüber: Das rigide Preisdiktat von 99 Cent pro Song bei iTunes mögen die Branchenmanager gar nicht, lieber wären ihnen flexible Modelle, in denen neue Songs teurer, ältere dafür billiger angeboten werden könnten. Dank seiner übermächtigen Marktposition konnte sich Apple bislang aber stets mit seinen Wünschen durchsetzen.
cis
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Spielzeug | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH