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26.05.2008
 

Netz trifft TV

Fernsehen via DSL

Von Matthias Kremp

2. Teil: T-Entertain

Das Produkt des Marktführers basiert auf Microsoft-Technologie. Microsoft Mediaroom heißt die Software, auf deren Grundlage das Angebot arbeitet und die ursprünglich unter dem Titel Microsoft TV entwickelt wurde. Das spürt man bei der Bedienung der Settop-Box auch sehr deutlich, was durchaus positiv gemeint ist. Am ehesten ließe sich das Konzept mit dem Windows Mediacenter vergleichen, das seit Vista zum festen Bestandteil des Windows-Betriebssystems geworden ist.

Positiv fällt auf, wie schnell und flüssig man sich durch die Menüs hangeln kann. Befürchtungen, Fernsehen übers Datenkabel könnte mit Wartezeiten verbunden sein, wischt die Settop-Box sekundenschnell beiseite. Das Umschalten von Sendern funktioniert mindestens ebenso fix wie bei anderen digitalen TV-Technologien wie DVB-T.

Als einziger Anbieter stattet die Telekom ihre als Media Receiver X 301 T bezeichnete Box zudem mit einer Festplatte aus. Somit hat man einen vollwertigen digitalen Videorekorder, der komfortables vor- und zurückspulen während des Fernsehens - das sogenannte Timeshifting - ermöglicht. Beim aktuellen Modell mit 160 Gigabyte Speicherplatz reicht das für rund 110 Stunden Videoaufzeichnung. In Kürze soll allerdings ein Modell mit größerer Kapazität folgen.

Fernprogrammierung per Web

Aufnahmen programmiert man über den eingebauten elektronischen Programmführer. Ein Software-Update soll demnächst die Möglichkeit nachrüsten, Aufnahmen auch übers Internet zu programmieren. Ist man also beispielsweise auf einer Dienstreise und der Flieger verspätet sich, wird man übers Laptop oder ein web-fähiges Handy einstellen können, dass der Rekorder die Fußball-Live-Übertragung oder die neue Folge der Lieblingsserie aufnimmt. Dass soll bis zu 30 Sekunden vor Beginn der Ausstrahlung der jeweiligen Sendung funktionieren.

Das von der Telekom über die Box empfangbare Programm unterscheidet sich nicht wesentlich von dem, was man auch über das digitale Kabelnetz bekommen kann. Dabei handelt es sich um rund 70 kostenlose TV-Sender und weitere circa 30 sogenannte Premiumprogramme, die nur gegen Aufpreis empfangbar sind.

HDTV nur mit VDSL-Anschluss

Eine Besonderheit ist das TV-Archiv, in dem einzelne Sendungen und Filme von insgesamt 21 Sendern auch nach ihrer Ausstrahlung noch abrufbar sind. Ergänzt wird das Ganze von einer Online-Videothek mit derzeit etwa 2500 Filmen, die man sich zu Preisen zwischen 0,99 Euro und 3,99 anschauen kann.

Vor allem aber bietet die Telekom als einziger Anbieter auch HDTV-Programme und Filme an. Die bekommt aber nur zu sehen, wer sich nicht via DSL, sondern per VDSL ans Internet anschließen lässt, was monatlich zehn Euro extra kostet - wenn man in einem VDSL-Gebiet wohnt, denn die ultraschnellen Anschlüsse sind bisher nur in 27 Ballungsgebieten zu haben.

Als Besonderheit bietet die Telekom seit kurzem den Zweit-Receiver MR 100 an. Dabei handelt es sich um eine abgespeckte Version des X 301 T, die ohne Festplatte auskommen muss. Ansonsten soll das Gerät aber identisch zum großen Bruder sein und wird derzeit für 129 Euro verkauft.

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