Nintendo DS und Sony PSP
Spiel, Spaß, Sprachenlernen
Von Dennis Schirrmacher
Kleine Spielkonsolen können heute mehr: Die mobilen Daddelgeräte der aktuellen Generation wollen auch Übersetzer, Sprachtrainer oder mobiler Reiseführer sein. SPIEGEL ONLINE zeigt, welche Erweiterungen sich lohnen.
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AFP
Nintendo DS: Macht mit Zubehör auch Musik
Die Handhelds Nintendo DS und Playstation Portable sind vorwiegend zum Spielen da. Dank GPS-Empfänger, Internetbrowser und Übersetzungs-Software können sie aber noch mehr. Musik abspielen zum Beispiel.
Der MP3 Player von Nintendo ist zum DS und Gameboy Advance Micro kompatibel. Im Gegensatz zur Beschriftung auf der Packung arbeitet der Player aber auch mit der ersten Version des GBA und dem GBA SP zusammen.
Gefüttert wird er über eine SD-Speicherkarte mit Musik, und das Modul dockt am GBA-Schacht an. Da es aber größer ist als herkömmliche Module, steht es ein gutes Stück über.
Leider wird kein Kopfhörer und auch keine SD-Karte mitgeliefert. Die Bedienung gestaltet sich trotz Touchscreen sehr hakelig und Playlisten kann man nicht erstellen.
Der Klang ist über die Lautsprecher der mobilen Konsolen sehr schlecht. Auch der Kopfhörerausgang liefert kaum ein besseres Ergebnis. Schließt man die Kopfhörer an den extra Ausgang des MP3-Player-Moduls, klingt der Sound überraschend gut.
Der MP3 Player für den Nintendo DS und alle GBA-Modelle kostet etwa 20 Euro. Mit einer Zusatzsoftware kann man
den DS übrigens sogar zum elektronischen Musikinstrument ausbauen.
Nintendo hat in Zusammenarbeit mit Opera einen Internet-Browser für den DS entworfen. Neben dem DS-Modul benötigt man noch eine Speichererweiterung für den GBA-Schacht, diese wird mitgeliefert.
Der DS verfügt zwar über zwei Bildschirme, einer davon berührungsempfindlich, eine intuitive Bedienung stellt sich aber zu keinem Zeitpunkt ein, da die Bildschirme viel zu klein für eine adäquate Darstellung sind und die Prozessor- und WLAN-Leistung des DS zu wünschen übrig lassen. Leider untersützt der DS nur die unsichere WEP-Verschlüsselung, was für viele ein KO-Kriterium sein dürfte.
Spielkonsolen: Die aktuelle Generation
Der kleine Konkurrent kann im Gegensatz zu den Konsolen der Rivalen keine hochauflösende Grafik bieten, sondern liefert herkömmliche Fernsehauflösung. Trotzdem ist das Gerät so beliebt, dass der Hersteller bisher keine Preissenkung angekündigt hat. In den USA überholte die Wii im Juli 2008 Microsofts Xbox 360, was die Verkaufszahlen angeht. Die Konsole zeichnet sich durch einen bewegungssensitiven Controller und bewegungsorientierte Zusatzgeräte wie das
"Balance Board" aus. Mit simplen Sport- und Spaß-Spielen hat sie für die Branche neue Zielgruppen erobert. 2009 führte Nintendo eine Erweiterung für den Controller namens Wii Motion Plus ein, die Bewegungen der Spieler noch präziser erfassen helfen soll. Einen ausführlichen
Wii-Test finden Sie hier
.
Der direkte Konkurrent von Microsofts Xbox 360 - die beiden Konsolen konkurrieren um die Hardcore-Gamer, die auch bereit sind, für hochauflösende Spielgrafik einen entsprechenden Fernseher zu kaufen. Im März 2007 kam die Konsole in Europa auf den Markt. Im Juli 2008 gab es sie entweder mit 40- oder mit 60-GB-Festplatte - im August 2009 wurde die PS3 slim vorgestellt, mit 120-GB-Festplatte und für einen niedrigeren Preis als das Vorgängermodell. Damit ist sie immer noch die teuerste unter den aktuellen Modellen. Die PS3 gibt ein hochauflösendes Videosignal über einen HDMI-Ausgang aus. Als einzige, momentan erhältliche Spielkonsole enthält sie ein Blu-ray-Laufwerk, mit dem sich auch hochauflösende Blu-ray-Discs abspielen lassen. Einen ausführlichen
Test des ersten PS3-Modells finden Sie hier.
Im September 2010 kam in Deutschland die Erweiterung Playstation Move auf den Markt. Das Bewegungssteuerungs-System basiert auf der Konsolenkamera Playstation Eye und Controllern, die leuchtende Kugeln an der Spitze tragen. Die Kamera verfolgt die Bewegungen dieser Kugeln, gleichzeitig sorgen Lage- und Bewegungssensoren für ein noch genaueres Bewegungs-Abbild. Ein sogenanntes Starter-Pack enthält die Kamera und einen Move-Controller, es kostete im Herbst 2010 etwa 80 Euro. Weitere Controller sowie die mit einem Joystick ausgestatteten "Navigation Controller" müssen jeweils extra gekauft werden. Eine Ausrüstung für vier Spieler kann schnell so viel kosten wie eine ganze Konsole. Es sind jedoch auch im Preis reduzierte Bündel-Angebote erhältlich.
Sony hat als einziges der großen Unternehmen noch eine zweite Wohnzimmer-Konsole im Rennen: Die Playstation 2 verkauft sich noch immer, und es geht auch nach wie vor eine Menge Software für das Gerät weg, das in seiner Ur-Version im Jahr 2000 auf den Markt kam. In erster Linie verkaufen sich für das inzwischen geschrumpfte Gerät Partyspiele wie "SingStar" und das Quiz-Spiel "Buzz".
Microsofts High-Definition-Konsole ist von den drei aktuellen Konkurrenten am längsten auf dem Markt, nämlich seit Ende 2005. Microsoft schraubte seitdem mehrmals an Preis und Ausstattungsmerkmalen. Die 360 hat ein normales DVD-Laufwerk.
Die aktuellen Modelle geben HD-Bilder über einen HDMI-Ausgang aus.
Im Juni 2010 stellte Microsoft eine neue, kleinere, nun durchgägnig schwarze Xbox 360 vor, die serienmäßig mit einem HDMI-Ausgang und einem Wifi-Modul für drahtlosen Netzzugang ausgestattet ist. Das Gerät soll zudem deutlich leiser sein als die vorangegangenen Modelle. Sie kostete in Deutschland zunächst gut 300 Euro. Eine preiswertere Version mit nur vier Gigabyte Flashspeicher, aber ohne Festplatte kostete im Herbst 2010 etwa 180 Euro.
Einen ausführlichen
Test der ursprünglichen Xbox 360 finden Sie hier.
Im November 2010 kam Micorosofts Bewegungssteuerungs-System Kinect auf den Markt. Es funktioniert ohne physische Controller, erfasst werden die Bewegungen der Spieler von zwei Kameras. Zudem sind in die balkenförmige Kinect-Erweiterung Mikrofone eingebaut. Das System erfasst Bewegungen des ganzen Körpers und kann außerdem auf gesprochene Anweisungen reagieren. Mit Kinect lassen sich nicht nur Spiele steuern, sondern auch die Benutzeroberfläche der Konsole bedienen, Filme starten, pausieren und stoppen und Videochats führen. Kinect kostete bei der Einführung etwa 150 Euro, inklusive eines Spiels. Diverse Bündel-Angebote mit samt einer Konsole sind ebenfalls erhältlich.
Die Playstation Portable, auf dem Markt seit 2005, ist Sonys erster Versuch, von dem traditionell von Nintendo ("Gameboy") beherrschten Markt für mobile Spielgeräte ein Stückchen abzuzwacken. Seit 2007 gibt es eine etwas dünnere Version namens Slim and Lite. Die Mobilkonsole kann nicht nur Spiele darstellen, sondern auch Filme und Musik abspielen. Außerdem lässt sie sich per W-Lan mit dem Internet verbinden. Filmdownloads und andere Inhalte können von der PS3 auf die PSP verschoben werden, außerdem kann die Mobilkonsole über einen Internetzugang als eine Art Fernbedienung für die PS3 benutzt werden. Die PSP ist auf dem Markt für mobile Spielgeräte Zweiter hinter Nintendos DS. Im Juni 2009 wurde das neue Modell PSP go vorgestellt, das ein herausschiebbares Unterteil mit den Bedienelementen darauf aufweist und deshalb deutlich kleiner ist, dafür aber kein Laufwerk mehr für Sonys UMD-Disk-Format hat. Spiele, Bilder, Filme und Musik sollen darauf direkt heruntergeladen werden. Die 2008 eingeführte PSP 3000 mit UMD-Laufwerk soll aber weiterhin produziert werden.
Einen ausführlichen
Test der ursprünglichen PSP finden Sie hier
.
Der Nintendo DS ist seit 2005 in einer ersten Version auf dem Markt, seit 2006 in einer schlankeren Ausgabe namens DS Lite (abgebildet). DS steht für "dual screen". Die Konsole hat einen normalen und in der unteren Hälfte einen Touch-Screen. Spiele werden über Tasten oder aber einen Stylus, mit dem der Touchscreen bearbeitet wird, gespielt. Der DS lässt sich wie die PSP über W-Lan mit dem Internet verbinden, auch Online-Spiele und Spielereien wie Bilder-Chat sind so möglich. Mit Spielen wie
"Nintendogs" und
"Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging" erschloss der DS neue Zielgruppen für Mobilkonsolen. Der DS ist das derzeit meistverkaufte mobile Spielgerät. Seit der Markteinführung wurden der kleinere DS Lite und zuletzt, Ende 2008 bzw. Anfang 2009 der DSi nachgeschoben. Letzterer weist als Neuerung unter anderem zwei etwas größere Bildschirme und zwei VGA-Kameras auf (eine auf der Bildschirm-Seite, eine auf der Gehäuse-Außenseite). Einen Testbericht über die erste Version des Nintendo DS
finden Sie hier
, einen Bericht über den aktuellen DSi
finden Sie hier
. Seit März 2010 gibt es den DSi XL, der einen größeren Bildschirm (4,2 Zoll) verfügt.
Bei der Electronic Entertainment Expo im Juni 2010 in Los Angeles stellte Nintendo ein neues Gerät namens 3DS vor, das dreidimensionale Darstellungen auf einem der beiden Bildschirme erlaubt, ohne eine Spezialbrille erforderlich zu machen. Preis und Erscheinungstermin wurden zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht genannt.
Der Opera Browser für den DS kostet etwa 35 Euro.
Besser könnte es da die neue Version des DS, der DSi, machen. Der DSi soll WPA-Verschlüsselung unterstützen und hat den Browser in einer überarbeiteten Version bereits vorinstalliert. Das surfen mit dem Browser dürfte dank größerer Bildschirme und mehr Speicher und CPU-Leistung angenehmer ausfallen. Auch bietet der DSi einen Slot für SD-Karten, über den auch MP3s abgespielt werden können.
Der DSi ist in Japan bereits erhältlich, als Termin für Europa wird nur das Jahr 2009 genannt.
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