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03.12.2008
 

Spielklassiker "Street Fighter"

Straßenkämpfer ist zurück

Von Dennis Schirrmacher

Die Mutter aller Kampfspiele geht nächstes Jahr in die dritte Dimension. Vorab gibt es aber jetzt schon eine hochauflösende 2D-Variante für die Xbox 360 und PS3. Dass der Klassiker "Street Fighter" aber nie tot war, zeigen ambitionierte Fan-Projekte im Internet.

Das Original von 1987 kennt kaum einer. Das Kampfspiel "Street Fighter" ging erst mit dem zweiten Teil in die Annalen der Videospielgeschichte ein. Spieleentwickler Capcom definierte mit dem Spiel ein ganzes Genre neu: "Beat em up"-Spiele. Dabei treten zwei Kämpfer gegeneinander an und beharken sich so lange, bis die Energieleiste eines Spielers versiegt. Der Beat-em-up-Pionier war eigentlich Konami mit "Yie Ar Kung-Fu" von 1985, im gleichen Jahr kam auch "Way of the Exploding Fist" heraus, das so mancher aus C64-Tagen kennen dürfte. Erfolgreicher war aber "Street Fighter II", vor allem aufgrund der ausgewogenen Spielbalance und der eingängigen Steuerung, die später oft kopiert wurde. Über Kombinationen wie etwa unten, rechts, Schlag löst man Spezialangriffe wie den "Hadouken-Feuerball" aus.

Das Spiel gibt es in zig Variationen. An der Geschwindigkeitsschraube wurde gedreht, neue Kämpfer wurden eingeführt. Auch Sequels, in denen man etwa gegen Marvel-Helden antreten kann, gehören zum Portfolio.

Die neueste Variante nennt sich " Super Street Fighter II Turbo HD Remix" und ist als Downloadversion für die Xbox 360 und die Playstation 3 verfügbar. Bei Spielprinzip und -mechanik bleibt - zum Glück - ( fast) alles beim alten, und die Kämpfer bewegen sich immer noch in nur zwei Dimensionen.

Die Fachpresse liebt das Spiel. In den Rankings der besten Spiele auf der US-Aggregatorseite "Metacritic.com" steht die Playstation-3-Version in der Top-Ten.

Wunderschön und nicht nur für Joypad-Akrobaten

Wie der Namenszusatz HD andeutet, findet das Ganze nun in einer Auflösung mit bis zu 1920x1080 Pixeln in 16:9 statt. Dafür wurden alle Charaktermodelle und Hintergründe von den "Street Fighter"-Comic-Zeichnern " Udon Entertainment" neu gestaltet. Das sieht hübsch aus, auch wenn die kantige Ästhetik der Vorgänger etwas verloren geht. Wer auf "Old School" steht, kann im Options-Menü die traditionellen 2D-Sprites einstellen und im Format 4:3 zocken.

Auch der Soundtrack wurde renoviert. Nun kann man ihn sogar gratis und legal herunterladen.

Die Steuerung ist weniger fehleranfällig, so dass einige Special-Moves leichter auszuführen sind - was Anfänger erfreuen, alte Veteranen aber ärgern dürfte. Genau wie die veränderte Steuerung der Special Moves des Charakters Fei Long. Die Steuerung der anderen Charaktere bleibt gleich, an der Balance der Kämpfe(r) wurde aber kräftig gefeilt.

Gegen den Rest der Welt

Für Fans steht aber nicht die polierte Optik im Vordergrund, sondern der Onlinemodus. Denn erstmals kann man ein "Street Fighter"-Spiel online gegen die ganze Welt spielen. Und das funktioniert einwandfrei.

Das ist nicht selbstverständlich, denn bei einem Beat em up kommt es auf Sekundenbruchteile an. Um Latenzen während des Spielens zu vermeiden, setzte Capcom Spezialisten ein, die eine spezielle Vernetzungs-Technik in das Spiel einbauten.

Street-Fighter-Universum

Klassiker wie "Street Fighter" kommen nicht ohne Merchandizing aus - und bringen im Idealfall eine lebendige Fankultur hervor. So gibt es neben Action-Figuren auch Ausflüge ins Puzzle-Genre (Super Puzzle Fighter), Mangas, Comics und auch einen Kinofilm namens "Street Fighter – Die entscheidende Schlacht" mit Jean-Claude Van Damme, denn man aber nicht gesehen haben muss. Anfang 2009 soll in Nordamerika der zweite Film "Street Fighter: The Legend of Chun-Li" in die Kinos kommen.

Pflicht für alle Fans: Das englischsprachige Projekt " Street Fighter: The Later Years", produziert von der US-Spaß-Plattform Collegehumor. Die im US-Serienformat aufgemachten Folgen zeigen, wie die einst glorreichen Kämpfer im realen Leben zu Rande kommen - nämlich gar nicht. Sie halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser und versinken in Selbstzweifel. So verkauft der Armee-Veteran Guile Hot Dogs, Endgegner M. Bison sitzt im Rollstuhl und der blonde Schönling Ken arbeitet mit wallender Haartolle und rotem Kopftuch beim Spiel-Entwickler Capcom.

Echte Street Fighter sind aber nicht fürs normale Leben gemacht, sie wollen kämpfen - immer. So tun sich die ehemaligen Kontrahenten wieder zusammen, um ein Turnier zu veranstalten und ihrer Bestimmung gerecht zu werden.

Aber nicht nur im Bewegtbild geben sich die Fans große Mühe, auch in der Malerei entstehen wahre Kunstwerke und auch Hobby-Schneiderer laufen zu Höchstleistungen auf. Die Kostüme tragen dann sogenannte Cosplayer auf Comic- oder Videospielemessen zur Schau.

Bald auch in 2,5D

Das aktuelle "Street Fighter" zum Herunterladen ist übrigens nur ein Vorgeschmack auf die offizielle Fortsetzung " Street Fighter IV", die man in Japan bereits seit Juli 2008 in der Spielhalle spielen kann. Eine Umsetzung für Xbox 360 und PS3 soll im Februar 2009 folgen, die PC-Version einen Monat später. Dabei sind die Charaktere und Kampf-Arenen in 3D modelliert. Damit die Ästhetik des 2D-Vorgängers nicht gänzlich verloren geht, sind die Charaktere im cel-shading-Stil gehalten, der wie eine Comic-Zeichnung anmutet. Die Erwartungshaltung ist hoch, erste Preview-Versionen wurden von der Fachpresse aber bereits positiv aufgenommen.

Die Spielmechanik bleibt dem 2-D-Original treu. Auch im neuesten "Street Fighter" gibt es nur zwei Richtungen: links und rechts.

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