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06.02.2009
 

Mac-Nachbau

Der erste deutsche Apple ist eine Birne

Von Matthias Kremp

2. Teil: Keine Raubkopie

Einfacher geht der Trick mit dem EFI-X-Modul, einem kleinen Stück Hardware, das man auf die Hauptplatine aufsteckt, damit der PC sich wie ein Mac verhält. Damit funktionieren auch Updates und man kann Mac OS X ohne Patch direkt von der Original-DVD aufspielen. Der Nachteil: Das Modul kostet inklusive Versand 155 Euro und funktioniert nur mit ganz bestimmten Hardware-Kombinationen.

Für den PearC verwendet Hypermeganet offenbar eine weitere Variante, mit der man Mac OS X auf einem PC echte Apple-Hardware vorgaukeln kann. "Wir verwenden ein emuliertes Software-EFI. So können wir Mac OS X ohne einen gepatchten Kernel installieren und die Software-Aktualisierung des Betriebssystems ohne Probleme nutzen", erklärt Blößl. Deshalb würden die Rechner auch mit einem Originalpaket von Mac OS X 10.5 ausgeliefert. Blößl: "Alles andere wäre ja eine Raubkopie".

Die Optik könnte verbessert werden

Die Hardware, aus der der PearC aufgebaut wird, stammt aus dem Standardangebot eines jeden PC-Teile-Großhändlers. Bei der Auswahl beschränke man sich nicht auf Produkte bestimmter Firmen, verwendet laut Blößl aber ausschließlich Markenkomponenten. "Dazu gehören zum Beispiel Hauptplatinen der Marke Gigabyte, Festplatten und optische Laufwerke von Samsung, Grafikkarten von Asus, Arbeitsspeicher von OCZ oder Kingston", sagt der Firmensprecher und ergänzt, die CPUs seien "selbstverständlich von Intel". Das würde auch anders nicht gehen, da Apple selbst keine anderen Chips unterstützt.

Bei der Auswahl der Bauteile bemühe man sich, ein gesundes Mittelmaß aus geringem Arbeitsgeräusch und Qualität zu günstigen Preisen zu finden. Das gelte auch für die Gehäuse, sagt Blößl, wobei er selbst feststellen muss, dass "diese nicht die schönsten sind". Allerdings habe Hypermeganet auch gar nicht den Anspruch, Rechner zu verkaufen, die es mit Macs aufnehmen könnten. "Dies wäre in der avisierten Preisklasse auch gar nicht möglich."

"Der PearC ist und bleibt ein PC, auf welchem Mac OS X läuft", sagt Blößl. Dafür biete er "sehr gute Leistung und hochwertige, aufeinander abgestimmte Komponenten zu einem fairen Preis." Dieser Preis jedoch variiert gewaltig, je nachdem, welche Leistung man dem Gerät tatsächlich abfordern will. 499 Euro kostet das Modell Starter in der Grundausstattung mit 2,2 GHz Pentium Dual-Core-Prozessor. Tastatur, Maus und Monitor muss man zusätzlich kaufen, sollte dafür wenigstens 300 Euro einplanen. Zum Vergleich: der günstigste iMac kostet bei Apple 999 Euro, inklusive allen Zubehörs und angetrieben von einem 2,4 GHz schnellen Core-2-Duo-Chip.

Ein Mac, den Apple nicht liefern kann

Den PearC gibt es allerdings auch schon mit Prozessoren, die Apple selbst noch gar nicht anbietet. Als Professional-Variante kann man ihn sich mit Intels neuem Core i7-Prozessor bestellen, der seine Vorgänger leistungsmäßig locker hinter sich lässt. Dann aber muss man auch tiefer in die Tasche greifen, mindestens 1499 Euro kalkulieren. Stopft man den Rechner allerdings mit allem voll, was PearC an Optionen zu bieten hat, kann man auch leicht über 3.000 Euro investieren.

Ob sich das lohnt, ist eine ausgesprochen subjektive Entscheidung. Wie auch schon bei Psystar lassen sich die PearC-PCs nicht direkt mit Apples-Rechnern vergleichen. Dafür haben Macs zu viele technologische Eigenheiten, die sich mit Standard-Hardware kaum nachbilden lassen. Im Gegenzug kann man sich den PearC so konfigurieren, dass er Funktionen bietet, die es von Apple noch nicht gibt, wie etwa einen Blu-ray-Brenner.

Vor allem aber bleibt abzuwarten, wie Apple auf die neue Konkurrenz reagieren wird. Man darf wohl davon ausgehen, dass Apples Rechtsabteilung bereits an einer Antwort auf die neuen deutschen Klons arbeitet.

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