Von Matthias Kremp
Das Jawbone ist ein Blender. Allerdings ein verdammt guter. Obwohl es eigentlich bloß aus schwarzem Kunststoff besteht, sieht es ausgesprochen gut aus. Einerseits, weil sein Corpus eine wunderbar elegant geschwungene Form hat, andererseits, weil sein Oberteil mit einem feinen Riffelmuster versehen ist. Ein wenig Luxus strahlt der Ohrbügel aus, der hier mit Leder überzogen wurde.
Mindestens ebenso aufwendig wie das Gerät selbst wurde dessen Verpackung und Zubehör gestaltet. So steht das Jawbone in einem viel zu großen Plexiglas-Container im Laden - hübsch aber ökologisch verwerflich. Aber das macht der Hersteller zumindest teilweise damit gut, dass mitgeliefertes Zubehör wie das Netzteil, verschiedene Ohrpassformen und Austauschbügel in Pappschachteln verpackt sind.
Auf den ersten Blick irritierend fehlen dem Jawbone jegliche Knöpfe oder Schalter. Stattdessen dient die gesamte geriffelte Oberfläche als Taste. Je nachdem, ob man eher in der Mitte oder am oberen Ende drückt, löst man unterschiedliche Funktionen aus. Hört sich toll an, erweist sich in der Praxis aber als schwer handhabbar, weil es keine leicht erfühlbaren Fixpunkte gibt, anhand derer man seine Finger blind positionieren könnte.
Noch besser als die Tasten ist die Kontrolllampe in die Hülle des Jawbone eingearbeitet. Sie ist weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick zu erkennen, wird nur kurz sichtbar, wenn sie aufleuchtet.
Was das Jawbone aber einzigartig macht, ist seine Fähigkeit, Nebengeräusche zu unterdrücken. Als NoiseAssassin, also Geräuschmörder, bezeichnet der Hersteller diese Funktion, die auf ziemlich einzigartige Weise arbeitet. Ist sie aktiviert, wird über einen winzigen Kunststofffühler genutzt, der Körperschall des Telefonierenden registriert, um Außengeräusche elektronisch herauszufiltern. Tatsächlich funktioniert diese Technik erstaunlich gut.
Selbst am Rande einer viel befahrenen Autobahn oder direkt neben einem startenden Flugzeug ist man so für denjenigen, den man anruft, gut verständlich, wie sich im Test zeigte. Leider aber werden Gespräche in lauter Umgebung trotz der faszinierenden Technik recht einseitig. Während man dank Jawbone nämlich bestens verstanden wird, kann man selbst den Gesprächspartner kaum verstehen, weil der Lärm den Lautsprecher übertönt.
Im Normalfall aber ist die Tonqualität des schwarzen Schönlings ausgesprochen gut. Damit telefoniert man gerne - so lange man telefonieren kann. Um das sicherzustellen, sollte man immer das mitgelieferte Netzteil samt Ladekabel dabei haben. Denn genau wie das Billig-Gerät, ist auch das Jawbone mit einem einzigartigen Ladestecker versehen, für den sich kaum Ersatz finden wird, hat man vergessen, ihn einzupacken.
| Technische Daten | |
| Hersteller | Aliph |
| Bezeichnung | Jawbone |
| Gewicht* | 10 Gramm |
| Standby-Zeit* | Mindestens 8 Tage |
| Sprechzeit* | Mindestens 4 Stunden |
| Besonderheiten | Nebengeräuschunterdrückung |
| Zubehör | Ladegerät, Wechselbare Ohraufsätze, Wechselbare Ohrbügel |
| Preis | 110 Euro |
| * Herstellerangaben | |
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