Von Matthias Kremp
Beim ersten Netbook, dem Asus EeePC 701, sah es noch aus, als ob auf den kleinen leichten Billig-Laptops künftig stets Linux laufen würde. Asus hatte ein Linux-System an den kleinen Bildschirm und den schlappen Prozessor angepasst. Vista darauf zu installieren, wäre unmöglich gewesen, weil Microsofts aktuelles Windows viel zu hohe Anforderungen an die Hardware stellt.
Die Lösung kam in Form eines Oldies: Speziell für die Netbooks hat Microsoft Windows XP, das eigentlich schon lange aus dem Sortiment verschwinden sollte, weiter in seinen Verkaufslisten behalten. Allerdings ausschließlich für Netbooks und unter der Bedingung, dass die Billigrechner bestimmte Maximalwerte nicht übersteigen. Aufgrund dieser Einschränkungen haben Windows-Netbooks nie mehr als ein Gigabyte Arbeitsspeicher und 160 GB Festplattenspeicher.
Hoffnungen, diese Grenzen könnten mit der Einführung von Windows 7 fallen, könnte ein Bericht der Branchen-Web-Seite " Digitimes" zunichtemachen. Demzufolge haben sich Intel und Microsoft darauf verständigt, die Bildschirmgröße für Windows-7-Netbooks auf 10,2 Zoll zu beschränken. Bestätigt ist diese Angabe nicht, beide genannten Unternehmen schweigen zu den Gerüchten.
Ein Smartphone-Chip im Billig-Laptop
Eine Einschränkung auf maximal 10,2 Zoll große Bildschirme könnte es den Herstellern allerdings auch schmackhaft machen, erneut über Alternativen zu Windows nachzudenken. Dass mehrere Hersteller bereits dabei sind, das auf Linux basierende Handy-Betriebssystem Android an die kleinen Rechner anzupassen, ist längst kein Geheimnis mehr. Auf der Computex ist nun aber tatsächlich ein Android-Netbook zu sehen.
Ausgestellt wird es ausgerechnet von Asus, jener Firma, die ihr Netbook-Linux zugunsten von Windows XP wieder einstampfte. Auf einem Netbook, das dem gerade erst vorgestellten EeePC 1008HA frappierend ähnlich sieht, läuft das auch als Google OS bezeichnete Betriebssystem. Was das System noch auszeichnet: In dem Gerät steckt nicht die übliche Intel-Hardware, die sonst alle Netbooks gleichmacht. Stattdessen wird das Android-Netbook von Qualcomms Snapdragon-Chipsatz angetrieben.
Dieselben Chips werkeln auch in Toshibas Smartphone TG01 und sollen in einem als Wistron Pbook bezeichneten Widescreen-Netbook arbeiten. Wenn sie halten, was Qualcomm verspricht - und darauf deuten ersten Videos des Asus Snapdragon-Netbooks hin - dürften sie genau die richtige Mischung aus Multimedialeistung und Stromspartechnik in sich vereinen, die man sich von einem Gegenstück zu Intels Atom-Netbook-Prozessor wünscht.
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