Von Matthias Kremp
Sie haben es spannend gemacht bis zuletzt.
Mit Hardware-Ankündigungen begann am Montagabend die Apple-Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco. Erst präsentierte Marketing-Chef Phil Schiller einen Schwung neuer MacBooks, ließ dann mehr als eine Stunde lang neue Betriebssysteme für Macs und iPhones demonstrieren - bevor er zu dem Produkt kam, auf das Apple-Fans gewartet hatten.
Das iPhone 3G S.
Optisch ist es von seinem Vorgänger kaum zu unterscheiden. Doch soll es rund doppelt so schnell wie ein iPhone 3G arbeiten und eine ebenfalls doppelt so schnelle mobile Netzanbindung haben wie bisher. Statt mit 3,6 Mbit/s soll es HSDPA-Verbindungen mit bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde herstellen. Schneller können die Mobilfunknetze nicht.
Die Kamera wurde wie erwartet auf 3 Megapixel verfeinert und verfügt jetzt über ein Autofokus-Objektiv, einen Weißabgleich und eine Makrofunktion für extreme Nahaufnahmen. Um die Linse auf einen bestimmten Bereich scharfzustellen, tippt man diesen einfach auf dem Bildschirm an. Außerdem kann das iPhone 3 GS Videos in VGA-Auflösung aufzeichnen und bietet Möglichkeiten, diese Filme direkt am Handybildschirm zu bearbeiten.
Eine Funktion, über die vorab nichts zu lesen war, ist die Sprachsteuerung. Sowohl die Telefonfunktion als auch iTunes sollen sich mit Sprachbefehlen steuern lassen. Das Gerät antwortet sogar in gesprochener Sprache. Es versteht die Frage, welches Lied gerade gespielt wird, und nennt darauf Interpret und Titel. Eine ähnliche Funktion gibt es auch beim iPod Shuffle, dort aber ohne Sprachsteuerung.
Speziell für Business-Kunden (aber nicht nur für die) bekommt das neue iPhone jetzt auch einen Chip zur Hardware-Verschlüsselung integriert. Dass es außerdem mit einer Kompassfunktion ausgestattet wird, war zu erwarten - man tippt auf einem Stadtplan seine aktuelle Position an, schon dreht sich die Karte in die Himmelsrichtung, in die man gerade blickt.
Für den Alltag am wichtigsten dürften jedoch die Verbesserungen bei der Akku-Laufzeit sein. Das Gerät mit fest eingebauter Batterie soll bis zu fünf Stunden Gesprächszeit im 3G-Netz oder bis zu neun Stunden drahtloses Internet bieten - drei Stunden zusätzliche Internet-Nutzung verspricht Apple damit seinen Kunden.
Als ausgesprochen freundlich kann man den von Apple angegebenen Preis bezeichnen: 199 Dollar soll das iPhone 3G S mit 16 Gigabyte Speicher kosten, die 32 Gigabyte-Version wird 100 Dollar teurer. Aus dem sagenumwobenen Einsteigermodell mit 4 Gigabyte Speicher zu 149 Dollar wird dagegen nichts. Stattdessen behält das Unternehmen das aktuelle iPhone 3G im Programm - für 99 Dollar.
All diese Angaben beziehen sich freilich auf die USA im Paket mit einem Mobilfunkvertrag von AT&T. Wie viel man hierzulande für das neue Gerät wird zahlen müssen, soll erst in Kürze verraten werden. Klar ist aber: Lange warten muss man auf das schnelle iPhone nicht. Schon kommende Woche, am 19. Juni, soll es in Deutschland zu haben sein.
Außerdem: Apple pimpt die iPhone-Software und führt endlich Copy & Paste ein, kündigt billigere und bessere MacBooks an, stellt das neue Betriebssystem "Snow Leopard" vor - alle Details auf SPIEGEL ONLINE:
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