Hamburg - Die Petition stellt einen weiteren Versuch der jüngeren, im Umgang mit digitalen Technologien geschulten Generation dar, als unzumutbar erlebte Eingriffe der Politik in ihre Lebenswirklichkeit zu unterbinden. Konkret bezieht sich der Petitionstext auf eine Forderung der Innenministerkonferenz vom 5. Juni, die ein "Herstellungs- und Verbreitungsverbot" für
"Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist".
Den oft als unscharf und nicht ausreichend klar definierten Begriff "Killerspiele" vermieden die Innenminister damals.
In der Petition wird der Bundestag nun aufgefordert, sich "gegen den Beschluss der Innenministerkonferenz ... zu entscheiden". Der sei als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden gefasst worden, doch Verbotsforderungen würden "den vielschichtigen Aspekten solcher Ereignisse nicht gerecht, wirken im Gegenteil eher verharmlosend und verhindern so eine gründliche Aufarbeitung".
Die Debatte über Computer- und Videospiele hierzulande sei geprägt von "Unkenntnis, Polemik, Unsachlichkeit und Vorurteilen", und zwar "gerade aus den Reihen der Politik". Schon jetzt sei der deutsche Jugendschutz aber einer der strengsten der Welt. Zudem weist der Text korrekt darauf hin, dass "gewaltverherrlichende" Medien in Deutschland ohnehin bereits jetzt verboten sind.
Der "irreführende Begriff 'Killerspiele'" solle aus der Debatte verschwinden, heißt es da. Vor allem aber müssten auf Ereignisse wie Amokläufe andere, weniger vereinfachende Antworten gefunden werden als erneute Rufe nach Verboten, etwa "den Vollzug bestehender Gesetze zu verbessern" oder "Eltern, Pädagogen sowie erzieherisch verantwortliche Personen bei der Förderung der Medienkompetenz zu unterstützen".
Teile des Petitionstextes entstammen einem älteren Schreiben, einem offenen Brief an die deutsche Politik nämlich, den deutsche Computerspiel-Fachzeitschriften anlässlich der bayerischen Landtagswahl 2008 unter der Überschrift "Ich wähle keine Spielekiller" verbreitet hatten.
Bis Freitagnachmittag haben die Petition "Gegen ein Verbot von Action-Computerspielen" auf der Web-Seite des Deutschen Bundestages etwa 30.000 Menschen digital unterzeichnet. Nach der mit über 130.000 Unterzeichnern äußerst populären, wenngleich letztlich erfolglosen Petition gegen das Gesetz zur Filterung kinderpornografischer Web-Seiten ist die Pro-Spiel-Petition damit die zweite auf digitale Technologie bezogene, die innerhalb kürzester Zeit eine große Unterstützergruppe gewinnen konnte.
Inzwischen gibt es bereits erste Forderungen, die in dem Gesetz festgeschriebenen Filtermechanismen auch auf andere Inhalte als Kinderpornografie anzuwenden - darunter auch "Killerspiele".
cis
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Und wieder einmal wird uns der Beweis geliefert, das große Teile unserer Legislative keine tiefgreifenden Kenntnisse der digitalen Welt auf zu weisen hat! Ein nationales Verbot von Actionspielen (Killerspielen,)in Zeiten der [...] mehr...
Wenn über Verbote von Gewaltinhalten diskutiert wird, dann doch bitte umfassend. Das Problem besteht meines erachtens im wesentlichen aus zwei Dimensionen: 1. Wie wird Gewalt in den Medien, und zwar ALLEN Medien dargestellt und [...] mehr...
Warum behaupten die Politiker immer das Die sogenannten Killer-Spiele dran schuld sind. Klar Schuld haben sie vielleicht auch aber das ist auch nur ein Kleiner teil. Über Hunderte von Menschen spielen Solche spiele sind sie [...] mehr...
[img]http://www.hallert.net/images/violencestats.jpg[/img] Sagt ja alles. mehr...
Tja, welche Alternativen gibt's denn? Die PIRATEN decken nur einen kleinen, wenn auch wichtigen Teil des Spektrums ab... Irgendwelche Vorschläge? Und zum Verbot von Killerspielen: Das kommt halt dabei raus, wenn man völlig [...] mehr...
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