25 Jahre "Das Schwarze Auge" Rollenspiel mit Meister-Maske

Seltsamer Name, seltsame Spielutensilien - und eine fanatische Fangemeinde: "Das Schwarze Auge" ist Deutschlands erfolgreichstes Fantasyspiel. Zauberer und Eiselfen aus Aventurien bevölkern seit 25 Jahren Wohnzimmer und Computer - und demnächst vielleicht auch die Leinwand.

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DTP Entertainment

Die angelsächsischen Kritiker waren völlig aus dem Häuschen. Ganz wunderbar sei das deutsche Computerrollenspiel "Drakensang": Die Spielwelt überzeuge mit "mittelalterlichem europäischen Flair", das Gameplay sei hervorragend. Nur die Charakternamen seien etwas albern. Welcher Gamer wolle schon Glombo von Wildfang oder Ardo von Eberstamm heißen?

Offenbar recht viele. "Drakensang" haben in Deutschland über 150.000 Spieler gekauft - und im Ausland noch mal 300.000. Die teutonisch klingenden Namen und die realistische, mittelalterliche Welt verleihen "Drakensang" ein besonderes Flair: Wer hier unterwegs ist, merkt schnell, dass dies kein Herr-der-Ringe- oder World-of-Warcraft-Abklatsch ist.

Die Welt heißt Aventurien und ist unglaublich detailliert - weil ihre Schöpfer seit 25 Jahren an ihr arbeiten. Die Beschreibungen von Städten und Regionen umfassen inzwischen Tausende Seiten. Aventurien gehört zum Pen&Paper-Rollenspiel " Das Schwarze Auge", dem erfolgreichsten deutschen Rollenspiel, das in diesem Jahr sein silbernes Jubiläum feiert.

Eskapisten mit Geschäftsinn

Erschaffen haben die Welt und das dazugehörige Rollenspiel Ulrich Kiesow, Werner Fuchs und Hans Joachim Alpers. Die drei Männer vereinte ein Faible für fantastische Literatur und eskapistische Hobbys wie Strategiespiele oder Zinnminiaturen. "Wir waren sozusagen Ex-Hippies. Und wir waren unzufrieden mit der Realität", erinnert sich Fuchs.

Fuchs arbeitete als Science-Fiction-Lektor für den Verlag Droemer Knaur und betrieb seit 1977 in Düsseldorf den Fantastic Shop, der Comics, Bücher und Strategiespiele wie "Civilization" oder "Diplomacy" verkaufte. Ihm war nicht entgangen, dass sich auf dem US-Spielemarkt damals gerade Erstaunliches tat.

Dort erzielte ein völlig neuartiges Spiel namens "Dungeons & Dragons" (D&D)sensationelle Erfolge. Es handelte sich um ein Gesprächsspiel ohne Brett, bei dem die Teilnehmer die Rollen von Zwergen, Elfen und Zauberern übernahmen (siehe Kasten links). Der Hersteller TSR verkaufte Millionen von D&D-Boxen.

Fuchs und sein Schwager Kiesow verbrachten 1982 einen regnerischen Dänemark-Urlaub damit, D&D zu spielen und waren hellauf begeistert. Fuchs riet Droemer Knaur, in den lukrativen Rollenspielmarkt einzusteigen. Als er im Winter 1982 erfuhr, dass TSR eine deutsche Ausgabe von D&D plante, bot er seine Hilfe an.

Da Fuchs, Alpers und Kiesow versierte Übersetzer waren, erhielten sie den Zuschlag. "Wir haben dann für TSR übersetzt. Vier D&D-Boxen, 18 Abenteuer - Hügel des Grauens, Festung im Grenzland - das ganze Zeug", erinnert sich Fuchs. Der umtriebige Schwabe verhandelte parallel mit Droemer Knaur und dem Münchner Gesellschaftsspiele-Produzenten Schmidt. Sie sollten D&D auf den Markt bringen, doch das Geschäft scheiterte an den hohen Forderungen der US-Firma.

Im November 1983 wandte sich Schmidt Spiele deshalb an Fuchs' und Alpers' Firma Fantasy Productions. Man brauche bis April 1984 ein komplettes Rollenspiel - mit Regelwerk, Weltbeschreibung und etlichen Abenteuerbänden.



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Seite 1
BeckerC1972, 06.11.2009
1. ...
Zitat von sysopSeltsamer Name, seltsame Spielutensilien - und eine fanatische Fangemeinde: "Das Schwarze Auge" ist Deutschlands erfolgreichstes Fantasyspiel. Zauberer und Eiselfen aus Aventurien bevölkern seit 25 Jahren Wohnzimmer und Computer - und demnächst vielleicht auch die Leinwand. http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,658725,00.html
Wenn ich die Goblins in Silvanas Befreiung doch nur damals schon gewitzter getötet hätte O_o
Copycatz 06.11.2009
2. Oh bitte nicht...
Ich sehe es schon kommen. Da wird dann wieder nur ein schrecklicher Abklatsch der Fantasieszene mit den üblichen Klischees auf die Leinwände gebracht. So wie z.B. Dungeons & Dragons, was so gut wie GARNICHTS mit dem Rollen Dungeons & Dragons überhaupt gemein haben. Bis auf die Tatsache, daß es in Dungeons & Dragons tatsächlich Drachen, Elfen, Zwerge, Magier und Schurken gibt. Aber das war schon die einzige Gemeinsamkeit. Aber die tauchen ja eh in fast jedem 0815 Fantasy-Film auf. Aventurien wird dann auch so ein Abklatsch-Film werden. Elfen. Drachen. Trinkende Zwerge, ein bißchen Magie hier und da... und schon haben wir einen weiteren belanglosen Fantasyfilm, der nichts mit dem Original zu tun hat.
obi wan kenobi 06.11.2009
3. Namen
Naja gut..die Namen sind ja so eine Sache..je nach Volk können die sich auch anders anhören.. Hallar Helmjewson, z.B...ein Thorwaler Aber soll ichw as sagen? Ich bin seit fast 9 Jahren mit dem DSA-Virus infiziert...und ich mags immernoch. Und ja, ich bin inzwischen auch weit über 14 ;-) Die Meistermaske habe ich (leider) verpasst, dafür habe ich den sog. Meister-Schirm. Ein durchaus nützlich' Tool.
DocSchmock 06.11.2009
4. .
Bei allen Zwölfen, da kommen ja Erinnerungen hoch. Alleine der ungläubige Blick von meiner Mutter als sie sah, dass ich mich freiwillig mit Zahlen, Listen etc. auseinandersetzte. Ich habe viele P&P Spiele gespielt, aber DSA hat eben seinen eigenen Charme. Wenn ich alleine an die fiktive Flora und Fauna denke, Religion und eigene Sagen und Legenden, umfangreiche Zeitchronik etc. Ich hab seit Ewigkeiten nicht mehr gespielt, aber die meisten großen Städte ala Kuslik, Al' Anfa oder Riva, dürfte ich noch auf Anhieb auf der Aventurienkarte finden. ;O)
Mahagon 06.11.2009
5. Verdammt...
Bitte kein DSA-Film! Die Filme zu D&D waren schon grausig-schlecht genug, man muss nicht auch noch DSA durch einfältige und langweilige Pathos-Schinken in den Dreck ziehen...
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