Auszeit für den Chef: Apple hat sich von Steve Jobs emanzipiert

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Sechs Monate Auszeit für den gesundheitlich angeschlagenen Apple-Chef: Früher wäre dann der Aktienkurs des Unternehmens abgeschmiert. Aber inzwischen hat sich der Computerhersteller vom charismatischen Steve Jobs emanzipiert - und potentielle Nachfolger wie Tim Cook aufgebaut.

Steve Jobs ist weg. Nicht für immer, nur für ein halbes Jahr. Das zumindest hat der Apple-Chef seinen Mitarbeitern am Mittwoch per E-Mail mitgeteilt (siehe Infobox unten). Ein wenig Skepsis freilich ist angebracht. Aus dem Gesundheitszustand des Chefs macht Apple seit Jahren ein fast ebenso großes Geheimnis wie aus den neuen Gadgets, die in den Konzernlabors entwickelt werden.

Apple-Chef Steve Jobs im Wandel der Zeit: Vor zehn Jahren noch wohlgenährt
REUTERS

Apple-Chef Steve Jobs im Wandel der Zeit: Vor zehn Jahren noch wohlgenährt

Schon machen Befürchtungen die Runde, Jobs werde womöglich nie mehr das Unternehmen leiten. Allen voran postuliert das Tech-Magazin "Wired": "Steve Jobs wird wahrscheinlich nicht zurückkommen." Verdächtig, so das Magazin, sei, dass Jobs erst vor gut einer Woche mitgeteilt hatte, nur mit einer Hormonstörung zu kämpfen - und jetzt für sechs Monate ausfällt. Die lange Auszeit sei für den Workaholic unüblich: 2004 beispielsweise habe sich Jobs insgesamt nur für vier Wochen aus dem Büro verabschiedet - und damals habe er Krebs gehabt. Das bedeute im Umkehrschluss, dass es jetzt nur noch schlimmer um ihn stehen kann.

Wie schlimm es indes wäre, wenn der Apple-Chef tatsächlich wechseln würde, ist unklar. Würde der Apfel tatsächlich entkernt - wie manche IT-Apokalyptiker prophezeien? Was würde aus dem Unternehmen, das mit Macintosh, iMac, iPod und iPhone gigantische Erfolge feierte, wenn plötzlich der Anführer fehlte? Wäre das Apples Untergang und das Startsignal für die Konkurrenz, dem elitären Unternehmen aus Cupertino endlich wieder Marktanteile abzunehmen, was in den letzten Jahren so gut wie unmöglich schien?

Das Unternehmen setzt seit Jahren voll darauf, ausschließlich Steve Jobs ins Rampenlicht zu stellen. Seit Jobs gemeinsam mit Steve Wozniak den Apple-Computer erfand und zum Erfolg machte, galt er als Wunderkind des Silicon Valley, als Garant für Erfolg. Andere Apple-Manager, wie Phil Schiller oder Tim Cook, verschluckte dagegen stets der Schatten ihres Anführers.

Bislang fuhr Apple damit gut. Aber was an Steve Jobs Image ist eigentlich Mythos - und was Realität? Wie wichtig ist Steve Jobs tatsächlich heute noch für Apple?

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Apple-Chef Steve Jobs: Lebende IT-Legende

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