Cebit-Novitäten Die Rückkehr der Kultmarke Commodore

...dürfte für einige Aufmerksamkeit sorgen. Anders als früher steht Commodore heute aber nicht für kleine, pragmatische und bezahlbare Heimcomputer, sondern für Gaming-Boliden der höchsten Klasse. Das und mehr im Novitäten-Überblick.


Anders als andere zu sein, dazu ist Commodore qua Name verpflichtet. Viel mehr als der ist von der alten Marke, die den Heimcomputermarkt der Achtziger weitgehend beherrschte, auch nicht übrig geblieben: 2004 wurden die Namensrechte an die Firma Yeahronimo Media Ventures verhökert, die sich im Herbst 2005 in Commodore International Corporation umbenannte.

Und jetzt wieder Rechner produziert, die das Unternehmen auf der Cebit vorstellt. Technologisch haben die nichts mehr gemein mit den proprietären Ansätzen der alten Marke Commodore, die zeitweilig erfolgreich, am Ende aber fatal auf eigene Techniken und auf Konkurrenz zu Apple und IBMs Industriestandard setzte. Die neuen Commodore-Rechner sind nichts anderes als äußerst leistungsstarke Gaming-PCs, technische Muskelpakete, die Cases bedruckt mit schicken Designs.

Immerhin: Von einem Rechner, der mit 4 GB Speicher, dem Intel Core Extreme quad-core QX6700-Prozessor, mit gleich zwei 150 GB und einer 500 GB Festplatte, mit einer doppelten nVidia 8800 GTX 768 MB-Grafikkarte und diversem anderem Hochleistungs-Schnickschnack ausgestattet ist, träumt Muttis Liebling schon länger. Mit C64 oder Amiga hat das rein gar nichts mehr zu tun.

Eins, zwei, drei Test!

Ansehen und ausprobieren kann man die mit Windows Vista laufenden PCs ab heute in Hannover - nur was sie kosten sollen, erfährt man noch nicht. Typisch Cebit, wo zahlreiche Produkte per Messe auf ihre Verkaufseignung getestet werden. Als Besucher sollte man das im Hinterkopf behalten: Viele der Produkte, die auch wir in den nächsten Tagen vorstellen werden, sind bisher nicht mehr als Konzepte, von denen noch niemand weiß, ob sie je im Regal landen werden.

Die Pressesprecherin eines Unternehmens, das in Hannover ein viel beachtetes und bereits in vielen Presse- und TV-Beiträgen gezeigtes Gerät vorstellt, verriet uns unter der Hand, wie weit das gehen kann. Unsere Anfrage nach einem Testgerät beantwortete sie mit folgender Aussage: "Geht nicht, weil wir noch gar nicht wissen, ob das Ding je gebaut wird. Das Gerät ist ein Prototyp, ein Dummy. Wir wollen erst einmal sehen, ob es daran Interesse gibt."

Näher ran als auf Hightech-Messen kommt man an technische Visionen also nie, in jeder Hinsicht.

pat

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