EeePC: Telekom macht Mini-Laptop zum Billig-iPhone

Von , Hannover

Klein, leicht, billig und dank Linux sparsam und wenig virenanfällig, das war der EeePC bisher. Jetzt legt Asus eine neue Version vor, die Windows-User die gewohnte Umgebung bringen soll. Die Telekom stürzt sich auf den Kleinen - Bündel-Angebote sollen den EeePC mobil ins Netz bringen.

Die Telekom schnappt sich den EeePC - der winzige Billig-Laptop soll wohl zu einer Art UMTS-fähigem iPhone-Ersatz werden: einem subventionierten Internet-Gerät für überall. Der EeePC ist zwar größer als ein Handy, wiegt aber nur etwa ein Kilogramm. Ab Ende März will der Telekommunikationsriese den Mini-Rechner in seinen Ladengeschäften anbieten. Wer ihn dort kauft, bekommt für 299 Euro zunächst einmal zum Laptop eine Gutschrift über 300 Stunden Nutzung für die Telekom-Hotspots, von denen der Konzern mehr als 8000 in Deutschland anbietet.

Damit, so die Telekom auf der Cebit, sei aber erst ein Anfang gemacht. In den kommenden Monaten soll es weitere EeePC-Bündelangebote geben. Darunter auch solche, die einen USB-Stick für UMTS und die beschleunigte UMTS-Variante HSDPA enthalten. Damit käme man unterwegs ungefähr so schnell ins Netz wie mit einer Standard-DSL-Leitung. Geplant sei auch die Kombination mit verschiedenen Tarifoptionen für Vertrags- und Prepaid-Kunden. Die werden allerdings erst im Laufe des Sommers angeboten.

Ab sofort gibt es den EeePC auch mit einem vorinstallierten Windows XP anstelle des bisher ausgelieferten Linux-Betriebssystems. Damit, so der Hersteller, können EeePC-Besitzer ihren Computer künftig in der gewohnten Umgebung nutzen. Anstelle der rund 40 Programme zum Lernen, Arbeiten und Spielen, die mit der Linux-Variante geliefert werden, kommt der XP-EeePC mit Microsofts Billig-Bürosoftware Works.

Zudem soll der Zugriff auf Microsofts Online-Dienste unter dem Titel Windows Live möglich sein. Der Schritt kommt nicht unerwartet, ist aber doch ungewöhnlich. Schließlich hatte Asus den Mini-Rechner unter anderem mit dem Argument mit Linux ausgerüstet, dass ein Windows-System den Preis in die Höhe treiben würde. Doch der Preis bleibt gleich: 299 Euro soll die Windows-Winzling-Version kosten. Das gilt freilich nur für den jetzt schon bekannten EeePC 4G. Das neue aufgebohrte Modell EeePC 900 wird in der Windows-Variante teurer werden als die Linux-Version. Wie hoch der Preisunterschied ausfallen wird, mochte Asus-Chef Jerry Chen aber noch nicht verraten.

Surftablett für unterwegs

Ein Microsoft-Manager bemühte sich zu zeigen, welche Vorteile es bietet, Windows Live auf dem EeePC zu nutzen. Ungewollt demonstrierte er dabei allerdings auch, dass Windows Live ursprünglich für größere Bildschirme konzipiert wurde. Um beispielsweise die entsprechenden Online-Fotodienste auf dem kleinen Sieben-Zoll-Display zu nutzen, muss man reichlich scrollen, da die Inhalte nur selten komplett auf dem Bildschirmchen Platz finden.

Linux-Fans wird Asus’ Umstieg auf Windows ohnehin ein Grauen sein. Aber auch für Otto-Normalanwender dürfte der Wechsel nicht nur Vorteile bringen. So muss sich beispielsweise erst zeigen, ob die schon unter Linux nicht gerade berauschende Akku-Laufzeit durch Windows weiter verkürzt wird. Denn so viel ist klar: Microsoft hat sich nicht die Mühe gemacht, für den EeePC ein eigenes abgespecktes XP zu programmieren. Stattdessen kommt ein Standard Windows XP zum Einsatz.

Noch fraglicher ist allerdings, ob der Windows-EeePC das Versprechen der der "E's" so gut einlösen kann wie die Linux-Version. Schließlich soll er Exzellente Unterhaltung sowie Entertainment on-the-go bieten und außerdem und Easy to learn an play sein. Gerade der letzte Punkt, also das Lernen, dürfte in der Windows-Variante zu kurz kommen. Denn Windows XP und Works enthalten, anders als die Linux-Version des EeePC, keine Lernsoftware.

Als mobiles Surftablett macht der EeePC aber auch mit XP eine gute Figur. Er ist kein, leicht und schnell genug für Surftouren, E-Mail und Textverarbeitung. Sein größtes Problem war bislang allerdings die schlechte Lieferbarkeit. Nun darf man aber erwarten, dass T-Mobile sich nicht auf eine solche Kooperation mit Asus einlässt, ohne sicherzustellen, dass die Geräte auch lieferbar sind. Und in Kombination mit einem Laufzeitvertrag für mobile Datennutzung dürfte er zu einem deutlich günstigeren Preis zu bekommen sein - wie hoch der liegen wird, mochte das Unternehmen heute aber noch nicht bekanntgeben.

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