Eingefrorene MP3-Player Microsofts Zune hat eine Neujahrsmacke

Ziemlich peinlich für Microsoft: Der hauseigene iPod-Konkurrent Zune hat ein Problem mit dem Jahreswechsel. Zu Silvester stürzten die Player massenweise ab - und ließen sich nicht wieder aufwecken. Microsofts Rat: Abwarten. Die Web-Gemeinde lacht sich kaputt.

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Es ist der erste große Lacher internationaler Tech-Junkies im Jahr 2009: Microsofts MP3-Player Zune hat, nun ja, keinen Millennium Bug, aber so etwas Ähnliches. Die Modelle der Reihe Zune 30 stellten an Silvester zu Tausenden den Dienst ein, der Bildschirm fror ein, und das Gerät ließ sich nicht mehr aus seiner Jahreswechsel-Trance erwecken.

Screenshot aus dem Tech-Blog "Gizmodo": Häme und Hohn

Screenshot aus dem Tech-Blog "Gizmodo": Häme und Hohn

Der Grund, laut Microsoft: Ein Problem mit der Software und dem zu Ende gehenden Schaltjahr. Die offiziellen Zune-Foren quellen über vor meist kurzen aber umso wütenderen Einlassungen schwer enttäuschter Zune-Besitzer, während Apple-Fans allerorten Hohn und Häme kübelweise ausgießen. In Anlehnung an den Y2K-Bug, der dann am 1. Januar 2000 doch nicht die Rechner der Welt lahmlegte, hat die Netzgemeinde das Zune-Problem längst Z2K getauft.

Doch keine Bange: "Das Problem sollte sich in den nächsten 24 Stunden lösen", so eine Nachricht an die irritierten Zune-Besitzer auf der offiziellen Web-Seite. Die interne Uhr der Geräte sollte sich "morgen zu Mittag GMT automatisch zurücksetzen". Zuvor müsse man jedoch den Akku des Zune leerlaufen lassen, was, so die Schritt-für-Schritt-Anleitung, automatisch geschehen werde: "Da der Player eingefroren ist, wird die Batterie sich entleeren" - und zwar "in ein paar Stunden". Anschließend müsse man möglicherweise den Player neu mit seinem Computer synchronisieren, um die Abspiel-Lizenzen für gekaufte Musik (DRM) zu erneuern. Man bildet sich fast ein, irgendwo weit weg Steve Jobs leise kichern zu hören.

Die Rivalität zwischen Apple-Anhängern und den (vergleichsweise wenigen) standhaften Zune-Besitzern ist legendär. Erst kürzlich brach sie sich erneut Bahn, als ein Lokalreporter der Meinung war, Barack Obama mit einem Zune im Fitnessstudio erspäht zu haben - die Wogen schlugen so hoch, dass sich ein Sprecher des bald mächtigsten Mannes der Welt sogar genötigt sah, klarzustellen: "Der designierte Präsident hat einen iPod".

"Apokalypse", "Pest", "Massensterben"

Ob Zune-Besitzer sich darüber freuen, dass der Akku ihres Players nur ein paar Stunden hält, wenn gar keine Musik herauskommt, sei dahingestellt, ob die Tatsache, dass sich das Problem auf diese Weise von selbst löst, die Wogen glättet, auch. Die Tech-Gemeinde jedenfalls hat etwas, worüber sie sich am 1. Januar amüsieren kann. Wie es Michael Arrington bei "Techcrunch" formuliert: "Ein massives, synchrones Versagen des Betriebssystems in einem Microsoft-Produkt ist eine so bizarre Geschichte, verrückter als Fiktion, einfach zu gut, um sie an einem nachrichtenarmen Tag auszulassen."

Überall wird nun Häme über Microsoft ausgegossen. "Ars Technica" spricht von der "Zune-Apokalypse", "Gizmodo" wählt schlicht das eingeführte Web-Häme-Wort "Fail" und "The Register" aus London titelt, wie immer noch ein bisschen böser als die anderen: "Durch Microsoft-Pest droht Aussterben der 30-GB-Zunes - weltweiter Mediaplayer-Tod". Weltweit stimmt übrigens nicht so ganz - in Deutschland zum Beispiel kann man gar keinen Zune kaufen.

Ein US-amerikanischer Zune-Besitzer kommentierte im "Tech Blog" der "Los Angeles Times": "Ich bin ein bisschen sauer, aber ich kann das Problem verstehen", dennoch, "hätte man doch meinen sollen, dass die Computer-Wizards von Microsoft sich nach der ganzen Y2K-Sache darauf vorbereitet hätten."

Die Frage-und-Antwort-Seite bei Zune.net endet mit dieser Auskunft: "Frage: Werden Sie die Firmware vor dem nächsten Schaltjahr (2012) updaten? - Ja."



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 55 Beiträge
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Seite 1
DorisP 01.01.2009
1. Wo ist das Problem ?!
Zitat von sysopZiemlich peinlich für Microsoft: Der hauseigene iPod-Konkurrent Zune hat ein Problem mit dem Jahreswechsel. Zu Silvester stürzten die Player massenweise ab - und ließen sich nicht wieder aufwecken. Microsofts Rat: Abwarten. Die Web-Gemeinde lacht sich kaputt. http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,599045,00.html
Wir wissen alle seit 25 Jahre, dass Microsoft keine Betriebssysteme bauen kann... Ich ärgere mich jeden Tag über die Scheiß_Vista, aber die haben eben durch die "Qualität" ihrer Produkte eine Monopolstellung, wie SAP ;-$ "Schlimmer als schlechte Aussichten sind gar keine. Es herrscht totaler Nebel. Wir haben keine Ahnung mehr, wie es weitergeht", sagte der Multimilliardär und Mitbegründer von SAP Hasso Plattner in Gespräch mit dem Spiegel... Doch keine Bange: "Das Problem sollte sich in den nächsten 24 Stunden lösen", so eine Nachricht von Microsoft an die irritierten Zune-Besitzer... Hoffentlich besitzt Plattner kein iPod... Da gibt's keine Probleme, aber auch keine Lösung ;-$
faustjucken_de 01.01.2009
2. Wer sollte sich darüber noch wundern?
Mal im Ernst. Das ist eine peinliche Geschichte. Aber wundert es einen? Technische Produkte aus Soft- und Hardware werden immer komplizierter. Und offensichtlich sind auch Milliardenunternehmen davor nicht gefeit. Ich würde mir so einen Schrott, der die Herrschaft über "meine" gekaufte Musik übernimmt, sowieso nie kaufen. Nur traurig, dass auch die Unterhaltungselektronik immer unzuverlässiger wird. Man stelle sich 1984 einen VHS-Rekorder oder Walkman vor, der abstürzt. Ein Ding der Unmöglichkeit. Bei meinem MP3-Player und Festplatten-Rekorder fast schon Normalität. Wie gut, dass ich meine Platten behalten habe.
W. Robert 01.01.2009
3. Mickey Mouse OS
http://www.spiegel.de/netzwelt/tech/0,1518,15466,00.html Endlich macht die Bankenkrise einen Sinn. Schuld sind vermutlich all die verwaisten Dateien in den Tiefen des von Apple-Usern stets misstrauisch beäugten Betriebssystems eines Informatik-Studienabbrechers aus Seattle. Was hat uns dieses Betriebs-Lahmlegungssystem schon an Blut, Schweiß, Tränen und Datenverluste beschert! Wäre da nicht die Abwägung zu all den aus dem Nichts erschaffenen Sysop-Arbeitsplätzen könnte man verzweifeln! Da in Deutschland der “Zune” weitgehend unbekannt ist hält sich der Schaden glücklicherweise in engen Grenzen. Vielleicht sollten mehr Microsoft-Angestellte einen PC-Führerschein erwerben, imho. Wird man aus Schaden wirklich klug? Zweifellos ein interessantes Thema.
sichreidtwo 01.01.2009
4. Gibt es nichts anderes?
Zitat von DorisPWir wissen alle seit 25 Jahre, dass Microsoft keine Betriebssysteme bauen kann... Ich ärgere mich jeden Tag über die Scheiß_Vista, aber die haben eben durch die "Qualität" ihrer Produkte eine Monopolstellung, wie SAP ;-$ "Schlimmer als schlechte Aussichten sind gar keine. Es herrscht totaler Nebel. Wir haben keine Ahnung mehr, wie es weitergeht", sagte der Multimilliardär und Mitbegründer von SAP Hasso Plattner in Gespräch mit dem Spiegel... Doch keine Bange: "Das Problem sollte sich in den nächsten 24 Stunden lösen", so eine Nachricht von Microsoft an die irritierten Zune-Besitzer... Hoffentlich besitzt Plattner kein iPod... Da gibt's keine Probleme, aber auch keine Lösung ;-$
Haben Sie denn schon mal versucht auf ein anderes Betriebssystem (Linux, OSX) umzusteigen? Wenn nein, warum nicht? MS hat ihr Quasi-Monopol deshalb, weil viel zu viele glauben keine Alternative zu haben, dabei gibt es gerade für Erwachsene (Nichtspieler) meißt kein Hindernis. Ganz im Gegenteil. Alles was man auf Windows machen kann, kann man auf anderen Betriebssystemen auch - oft sogar einfacher und besser.
propaganda, 01.01.2009
5. laaaaaaaaangweilig...
microsoft-bashing. kauft euch doch einfach ordentliche rechner leute...
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