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Hausmusik: Das Studio im Wohnzimmer

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Gut möglich, dass genau Sie dort vor dem Bildschirm der nächste Mike Oldfield sein werden: Nie war es leichter als heute, in der heimischen Stube Musik mit Studioqualität zu produzieren. Wir zeigen, was man - abgesehen von Talent - dafür noch braucht.

Um Musik zu machen kann man sich auch heutzutage noch in schlecht belüftete, kalte und rauchgeschwängerte Übungsräume in ehemaligen Luftschutzbunkern aufmachen. Allerdings gibt es auch eine attraktive Alternative - und die heißt Heimstudio. Mehr als einen Computer sowie die passende Hard- und Software braucht man dort nicht, um nach Lust und Laune Musik in feinster Studioqualität zu produzieren. Ob man dazu einen Windows-PC, ein Notebook oder einen Mac verwendet ist reine Geschmackssache. Nur für Linux ist das Angebot noch ausgesprochen mager.

Software-Mischpult und USB-Gitarre: Wer braucht mehr?

Software-Mischpult und USB-Gitarre: Wer braucht mehr?

Mittler zwischen den Welten

Bei der Frage, was man dafür braucht, gilt es zunächst zu klären, ob man ausschließlich mit virtuellen Instrumenten, die per Software vom Rechner erzeugt werden, arbeiten will oder ob auch "richtige" Instrumente, Gesang und andere externe Klangquellen aufgenommen werden sollen. Verlässt man sich komplett auf Software-Synthesizer, genügt ein Midi-Interface, um ein externes Keyboard zur Noteneingabe anzuschließen. Es gibt allerdings auch Keyboards und sogar Gitarren, die per USB direkt mit dem Rechner verbunden werden können.

Etwas teurer, möglicherweise sogar sehr viel teurer wird es dagegen, wenn man beispielsweise Gesang oder E-Gitarre aufnehmen will. Dann kommt man um die Anschaffung eines externen Audio-Interface nicht herum. Möglicherweise vorhandene Mikrofon-Eingänge der PC-Soundkarte sollte man generell außen vor lassen. Deren Qualität ist meist zu schlecht. Die Bandbreite der Angebote ist hier außerordentlich groß und reicht von einfachen Modellen mit zwei analogen Ein- und Ausgängen bis hin zu professionellen Ausführungen mit bis zu acht analogen und etlichen digitalen Anschlüssen.

Software-Studios

Die notwendige Software, um mit diesen Geräten Musik zu machen oder aufzunehmen, wird meist mitgeliefert. In der Regel handelt es sich jedoch um funktionell abgespeckte Varianten kommerzieller Programme. Ohnehin hält der Software-Markt jedoch ein gigantisches Angebot unterschiedlichster Zusatzprogramme bereit. Das reicht von reinen Aufnahmeprogrammen für das selbst fabrizierte Gitarren-Geschrammel bis hin zu kompletten Tonstudios inklusive Software-Mischpult, Software-Synthesizern, virtuellen Effektgeräten und professionellem Notendruck.

Für die beiden Platzhirsche in diesem Bereich, Steinbergs Cubase SX und Apples Logic Pro, werden allerdings auch Preise in Höhe von 700 bis 900 Euro eingefordert. Dafür kann man sich mit ihnen aber auch mit dem Wissen beruhigen, dass dieselbe Software in Tausenden professioneller Tonstudios rund um die Welt im Einsatz ist und den Sound der meisten aktuellen Hit-Produktionen prägt.

Wem das alles viel zu viel ist, bleibt immer noch der Weg zum Online-Auktionshaus eBay. Dort bekommt man Vierspur-Ministudios mit Kassetten als Medium zu Preisen unter 50 Euro. Damit kann man auch Musik aufnehmen. Zwar nicht digital und auch ganz ohne Computer, dafür lernt man dabei, sich auf die Musik zu konzentrieren und nicht auf die Technik.

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Wohnzimmermusik: Das braucht man für's Heimstudio

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