I.Play Auf diesem Spielplatz sammeln Kinder Highscores

Der Sportwissenschaftler Phil Hodgkins hat ein Spielgerüst namens I.Play entwickelt, das genau wie ein Videospiel Highscores vergibt. Kinder sollen dadurch motiviert werden, ihren Platz vor dem Bildschirm durch einen Platz an der Sonne einzutauschen.


Frage: Nach welchem Prinzip funktioniert I.Play?

Phil Hodgkins: I.Play ist ein Spielgerüst, das mit einem Computer ausgestattet ist. Die Aufgabe besteht darin, an den Streben angebrachte Schalter nacheinander zu drehen, zu drücken oder zu ziehen. Sobald ein Schalter betätigt wird, informiert eine Sprachausgabe darüber, welcher Schalter als nächstes und auf welche Weise aktiviert werden soll. Das bringt die Kinder dazu, hochzuspringen und hin- und herzulaufen. Dadurch werden unterschiedlichste Muskelgruppen angesprochen. I.Play - eine Abkürzung für "Intelligent Play" - merkt sich, welcher Spieler am schnellsten ist. Und nur der hat eine Chance, in der Highscoreliste auf der I.Play-Website" zu erscheinen.

Frage: Wie kommt man als Sportwissenschaftler darauf, Spielplätze zu entwerfen?

Hodgkins: Ich habe auch Produkt- und Industriedesign studiert. Als Entwickler bei Progressive Sports Ltd. habe ich das Glück, meine Leidenschaft für den Sport - vor allem Motocross und Football - mit meiner Arbeit als Designer zu verbinden. Als der Hersteller Playdale mich bat, ein Konzept für einen Spielplatz zu entwerfen, hatte ich gerade einige alte Handheld-Konsolen geschenkt bekommen. So kam mir die Idee, Mechanismen aus Games in meinen Entwurf zu übernehmen.

Frage: Welche Mechanismen sind das?

Hodgkins: I.Play gibt direkte Rückmeldung durch Geräusche, Musik, Sprache und eine Punkt-anzeige. Das informiert über die eigene Leistung und motiviert gleichzeitig dazu, den eigenen Highscore oder den anderer Spieler zu schlagen. Auch ist jede Partie in Level unterteilt, zwischen denen die Kinder sich ausruhen sollen.

Frage: Und kommt I.Play gut an?

Hodgkins: In Großbritannien sind bereits mehr als 40 I.Play-Gerüste aufgebaut. Kindern zwischen zehn und zwölf macht I.Play am meisten Spaß. Und beim Spielen verbrauchen sie genau so viel Energie wie bei einer Partie Fußball oder Basketball.

Das Interview führte Oliver Klatt

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