Ifa-Trend Audiovernetzung: Musik liegt in der Luft

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Musik lagert heute nicht im Plattenschrank, sondern auf PC-Festplatten. Auf der Funkausstellung in Berlin zeigen Hersteller digitale Technik, die Musik nach Wunsch in jedes Zimmer bringt. Mehrzimmer-Musikanlagen werden plötzlich bezahlbar.

"Die Zukunft von Audio ist kabellos" tönt Philips in seiner Pressemappe zur Ifa. Gut gebrüllt, will man meinen, aber ist das wirklich neu? Ist Musik nicht schon seit langem drahtlos, wenn man sie über das Radio anhört?

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Ja, klar, natürlich. Aber auf das Programm der Radiosender hat man keinen Einfluss. Was der niederländische Konzern eigentlich meint, ist, dass man künftig seine eigene Radiostation im Haus haben kann, mit der man die heimische Musiksammlung überall und zu jeder Zeit nach Belieben anhören kann.

Wirklich neu ist auch diese Idee nicht. Unter dem Begriff Multiroom geistert sie schon seit vielen Jahren durch die Unterhaltungselektronik-Branche. Multiroom heißt, dass man sich zum Musikhören nicht immer vor die Stereoanlage im Wohnzimmer setzen muss. Stattdessen ermöglichen es über das ganze Haus verteilte Abhörstationen, in verschiedenen Zimmern unterschiedliche Musik zu hören. Also etwa im Wohnzimmer eine DVD ansehen, während gleichzeitig in der Küche das Radio läuft und im Schlafzimmer eine CD angehört wird - alles über eine Anlage, deren Zentrale im Wohnzimmer oder im Keller untergebracht ist.

Bisher allerdings waren derartige Installationen preislich meist irgendwo im Bereich zwischen teuer, überteuer und unverschämt teuer angesiedelt. Die im weitesten Sinne billige Variante lieferte der Hifi-Hersteller Bang & Olufsen mit seinen weit jenseits des Discounter-Segments angesiedelten Anlagen, die noch nobleren Systeme werden von Spezialfirmen genau auf das Haus, die Wünsche und die Brieftasche des Kunden zugeschnitten.

Computer-Netzwerk statt Spezialkabel

Seit kurzem aber gibt es Alternativen, die fast für jedermann erschwinglich sind. Ihr Vorteil: Sie basieren auf Computertechnik, nutzen Standardkomponenten und setzen auf den Heimnetzwerken auf, die in vielen Haushalten heutzutage installiert sind, oft sogar drahtlos. So erübrigt sich der teure Aufwand, das Haus mit Audiokabeln zu durchziehen. Stattdessen genügt in der Regel eine simple Steckdose, um die Geräte in Betrieb zu nehmen.

Was die Multiroom-Systeme aber wirklich einfacher und vor allem sinnvoller macht als bisher, sind die veränderten Nutzungsgewohnheiten. Die Musik-CD ist vor allem für junge Musikhörer ein Relikt aus der Zeit ihrer Eltern. Nach Angaben der Philips Marktforschung lagern heute 80 Prozent der 20 bis 25-Jährigen ihre Musik als Musikdateien auf PCs. Was liegt also näher, als die Stereoanlage via W-Lan mit der Musiksammlung auf dem PC zu verbinden?

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