Für die Vorstellung des neuen Handy-Betriebssystems nahm sich Apple am Montagabend reichlich Zeit. Schon ab kommendem Mittwoch, 17. Juni, können sich alle iPhone-Besitzer die neue Software kostenlos auf ihr Handy spielen. (Wer einen iPod touch hat, muss die Software für 7,99 Euro im iTunes Store kaufen.)
Die wichtigsten Neuerungen am iPhone OS 3.0 erläuterte iPhone-Softwarechef Scott Forstall - viele sind lang erwartet und werden von anderen Handys längst beherrscht, andere sind tatsächlich innovativ:
- Kopieren und Einsetzen: Eine der wohl am häufigsten vermissten Funktionen. Texte können wie am Computer ausgeschnitten und an anderer Stelle wieder eingefügt werden - indem man Markierungen mit Fingerzeig auf dem Bildschirm setzt, diese dann anklickt und per Menü in die Zwischenablage schiebt.
- Texteingabe im Querformat: Mails, Notizen und Ähnliches können nicht mehr ausschließlich mit der schmalen Bildschirmtastatur im aufrecht gehaltenen Handy eingegeben werden, sondern auch auf einer breiten im quergelegten.
- MMS-Versand und -Empfang: Neben E-Mail und SMS beherrscht die neue Software auch MMS-Nachrichten.
- Suche mit Spotlight: Eine Volltextsuche durchpflügt den gesamten Speicher des iPhone nach dem eingegebenen Suchwort, auch Mails und Dokumente.
- Filmverleih und -verkauf: Videos aus dem iTunes Store können jetzt vom iPhone aus gekauft oder ausgeliehen werden.
- iPhone als Modem: Die drahtlose Datenleitung des iPhone kann via USB oder Bluetooth einem Notebook zur Internet-Anbindung zur Verfügung gestellt werden ("Tethering").
- Verbesserungen am Webbrowser: Safari soll jetzt deutlich schneller sein und verfügt über eine Autofill-Funktion, die sich Nutzernamen und Passwörter merken kann.
- "Find My iPhone": Hat man sein iPhone verlegt oder es wurde gestohlen, soll sich dessen Position via Webbrowser feststellen lassen. Durch diese Fernsteuerung kann man das Handy anweisen, einen Ton wiederzugeben, selbst wenn es stummgeschaltet ist. Sollte sich das vermisste Gerät trotzdem nicht auftreiben lassen, kann man dessen Speicher per Browserbefehl löschen - so sind wenigstens persönliche Daten geschützt. Voraussetzung für die Nutzung dieser Funktion ist offenbar ein Account des kostenpflichtigen MobileMe-Dienstes von Apple.
- "In-App-Purchase": Eine der wohl wichtigsten Ergänzungen - zumindest aus Sicht der Entwickler. Jede iPhone-Anwendung kann künftig Produkte, Dienste und mehr über den iTunes Store verkaufen. Solche sogenannten Micropayment-Modelle bieten sich zum Beispiel an, um direkt in einem Spiel zusätzliche Level zu verkaufen.
- Peer-to-Peer: Via Bluetooth kann man iPhones miteinander koppeln, beispielsweise, um Multiplayer-Spiele zu spielen. Auch andere Geräte wurden bei der Demonstration mit dem iPhone verbunden - unter anderem ein Blutdruckmesser.
- Google Maps und Navigation: Entwickler dürfen Google Maps in eigenen Anwendungen einsetzen und Navigationssoftware anbieten - was Apple bisher untersagt hatte. Eine Navigationssoftware wird es auch bald geben: Der Hersteller TomTom hat seine Software schon auf das Apple-Handy portiert, will sie in Kombination mit einer Ladestation und Fensterhalterung im Sommer auf den Markt bringen. Darauf haben viele iPhone-User gewartet. Über den Preis für das iPhone-Navi schweigt sich der Hersteller aber noch aus.
News verfolgen
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten: