Medienkonvergenz: "World of Warcraft", "Halo" und "Assassin's Creed" werden verfilmt

Spiel-Verfilmungen überall: "Spider-Man"-Regisseur Sam Raimi hat eingewilligt, einen auf dem Online-Rollenspiel "World of Warcraft" basierenden Film zu inszenieren. Auch die Shooter-Serie "Halo" und das Mittelalter-Abenteuer "Assassin's Creed" bekommen Film-Zuwachs.

Wie das Branchenmagazin "Variety" berichtet, hat Raimi sich bereiterklärt, die Online-Spiel-Adaption in Szene zu setzen. Heißen soll der Film schlicht "Warcraft" - genau wie die mittlerweile 15 Jahre alte Serie von Echtzeit-Strategiespielen, in deren Welt auch das Online-Rollenspiel "World of Warcraft" spielt. Produzieren soll den Film laut "Variety" Charles Roven, der auch den Batman-Film "The Dark Knight" mit Christian Bale in der Hauptrolle produziert hat. Ein Vertreter von Blizzard Entertainment, dem Betreiber von "World of Warcraft",wird als einer der Co-Produzenten fungieren.

Handeln soll der Film von dem großen Grundkonflikt der "Warcraft"-Welt - dem Kampf der "Horde" gegen die "Allianz". Jeff Robinov von Warner Bros. sagte "Variety", "Warcraft" sei typisch für die "markenbezogenen Eventfilme, für die unser Studio besonders bekannt ist". Sam Raimi kündigte in einer eigenen Stellungnahme bereits an, was ihm vorschwebt: "'Warcraft' ist im Kern eine phantastische, actiongeladene Geschichte."

Eine Serie von Kurzfilmen soll Werbung für den zweiten Teil von Ubisofts "Assassin's Creed"-Reihe machen und den Fans des Spieles die Wartezeit verkürzen. Im Winter 2009 sollen die Kurzfilme veröffentlicht werden. Die Filme sollen sich auf die Geschichte von Nebenfiguren des neuen Spiels konzentrieren und damit den Plot der Fortsetzung einleiten. Die Filme werden mit realen Schauspielern in einem Greenscreen-Studio gedreht, das Ergebnis wird anschließend am Computer in die Spielwelt eingefügt. Umgesetzt wird das aufwendige Verfahren von den Hybride-Studios, die auch schon an Filmen wie Frank Millers Comicverfilmungen "300" und "Sin City" beteiligt waren. Hybride Montreal wurde vergangenen Sommer von Ubisoft aufgekauft.

Die Verknüpfung von Spiel- und Filmwelt markiere einen weiteren Schritt in Richtung Medienkonvergenz, erklärte Yannis Mallat, Chef von Ubisoft Montreal. Medien wie Comic, Film und Spiel könnten einander gegenseitig befruchten. Im vorliegenden Fall etwa sei der Schauspieler, der die Spiel-Hauptfigur im Film verkörpere, derselbe, der auch für die Motion-Capturing-Sequenzen des Spiels vor der Kamera gestanden habe, erklärte "Assassin's Creed"-Produzentin Jade Raymond. Wie die Kurzfilme zum Spiel ihre Zuschauer erreichen sollen, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Eine weitere Spiel-Verfilmung wurde am Donnerstag von Microsoft angekündigt: Zur Spiele-Serie "Halo" sollen sieben Anime-Kurzfilme entstehen. Leiten soll das Projekt "gamesindustry.biz" zufolge Shinji Aramaki, der die Animes Appleseed und Appleseed Ex Machina inzeniert hat. Einen der Kurzfilme soll er selbst in Szene setzen. Die Reihe solle "eine Anthologie von menschlichen Geschichten aus der Sicht verschiedener Charaktere" werden, erklärte Aramaki.

Noch in diesem Herbst sollen die Filme über das Konsolennetzwerk Xbox Live verkauft werden. Später sollen sie, in Zusammenarbeit mit Warner Bros, auf DVD, Blu-ray und "anderen digitalen Plattformen" herauskommen, und zwar Anfang 2010.

cis

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Forum - Online-Rollenspiele als Kino-Film - wie gut können sie sein?
insgesamt 24 Beiträge
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1. Finde ich gut
ArbeitsloserMathematiker 24.07.2009
Wann wird Starcraft verfilmt? Oder Second Life?
2.
Mad Mace 24.07.2009
Zitat von sysopJetzt auch "World of Warcraft" - immer wieder werden erfolgreiche Computer-Spiele von großen Studios verfilmt. Was halten Sie von diesem Trend? Kann ein Film dieselbe Atmosphäre wie in den Spielen rüberbringen?
Bislang hat noch kein Film auch nur annähernd die Atmosphäre von Spielwelten einfangen können. Der König der schlechten Filme ist ja bekanntlich Uwe Boll. Egal ob 'Alone in the Dark' oder 'Dungeon Siege' - Uwe Boll ist ein Garant für grottenschlechte Kinotortur. Glücklicherweise hat sich das herumgesprochen. Wie Boll gegenüber MTV (http://moviesblog.mtv.com/2008/04/18/uwe-boll-wont-ever-be-entering-the-world-of-warcraft/) selbst zugab, hat er vom Blizzard-Chef eine eiskalte Abfuhr erhalten: Danke Blizzard! Doch die Verfilmung von Fantasystoff ist scheinbar (fast) immer eine Garantie für Schrott. Ich erinnere nur mal an die von Fans sehnsüchtig erwartete Verfilmung von 'Dungeons & Dragons'. Mir fällt spontan keine einzige (Computer-)Spielverfilmung ein die auch nur annähernd so etwas wie sehenswert wäre. Doch wollen wir die Hoffnung nicht aufgeben, schon die Wahrscheinlichkeitsrechnung lehrt uns, dass irgendwann etwas draus werden muss, wenn mans nur oft genug probiert. Und selbst wenn es wieder ein übel schlechter Reinfall wird: dann haben wir wenigstens was zu lästern und zu schimpfen, und das ist doch auch schonmal etwas.
3. Filme die keiner braucht
Barath 24.07.2009
Zitat von ArbeitsloserMathematikerWann wird Starcraft verfilmt? Oder Second Life?
Da will wohl jemand was vom Cash abhaben. Ich kann mich nicht erinnern jemals eine gute Computerspielverfilmung gesehen zu haben. Es ist mit Computerspielen doch genauso wie mit Comics: Die Mehrheit der Leute und insbesondere die Filmproduzenten denken das ist was für kleine Kinder, die auch jeden Merchandise-Ramsch dazu konsumieren. Also klopft man hastig ein paar billige Machwerke mit guten Effekten, schlechten Schauspielern und einer Story die weit unter dem Potential des Originals bleibt zusammen. Werden schon genug von den bekloppten Nerds reingehen um die Kassen zu füllen. BEi Comics fängt mittlerweile wenigstens bei manchen Regisseuren ein umdenken an, wie bei den neuen Batman-Filmen oder bei Sin-City. Bei SPielen scheint mir das aber generell schwieriger. Die sehr gelungenen Blizzard-Storys sollten da bleiben wo sie ihr Potential am besten entfallten können: In den SPielen. Einen schrecklichen, kurzen Moment dachte ich, sie meinen das Ernst.
4. World of Warcraft
FastFertig, 24.07.2009
Speziell zu World of Warcraft wundert es mich ein wenig, dass Blizzard hier glaubt mit einem Film erfolgreich zu sein. Ein Geschichte, die hat bisher nur das Strategiespiel Warcraft III vorzuweisen. Blizzard hat WoW in den letzten zwei Jahren aus einem Rollenspiel ein Itemsammelspiel gemacht. Die Geschichte ist nicht mehr wichtig, für viele nur Mittel zum Zweck, Gegner werden besiegt, weil sie Items droppen, alles andere is zuviel zum Lesen. Zwar gibt es Bücher zur Geschichte von Warcraft und WoW, diese sind aber, wenn man sich die Rezessionen bei Amazon ansieht von eher schlechter Qualität. Dazu kommt noch, dass die komplette Geschichte völlig inkonsistent ist. In einem Teil der Bücher haben die gleichen Helden deutsche Namen, in nächsten Buch wieder englisch und das ganze immer schön durcheinander, alles gespickt mit Schreibfehlern. Und wenn jemand wie Blizzard jahreland die Geschichte von Warcraft mit Füßen tritt, ignoriert, die Rollenspieler vertreibt und keinen Cent in die Qualität dieser Geschichte investiert, dann kann so ein Film nur eines werden: Billiger Schrott zum Abkassieren. Eigentlich hätte Uwe Boll viel besser zur der lauen WoW Geschichte gepasst.
5.
frietz, 24.07.2009
Zitat von Mad MaceBislang hat noch kein Film auch nur annähernd die Atmosphäre von Spielwelten einfangen können. Der König der schlechten Filme ist ja bekanntlich Uwe Boll. Egal ob 'Alone in the Dark' oder 'Dungeon Siege' - Uwe Boll ist ein Garant für grottenschlechte Kinotortur. Glücklicherweise hat sich das herumgesprochen. Wie Boll gegenüber MTV (http://moviesblog.mtv.com/2008/04/18/uwe-boll-wont-ever-be-entering-the-world-of-warcraft/) selbst zugab, hat er vom Blizzard-Chef eine eiskalte Abfuhr erhalten: Danke Blizzard! Doch die Verfilmung von Fantasystoff ist scheinbar (fast) immer eine Garantie für Schrott. Ich erinnere nur mal an die von Fans sehnsüchtig erwartete Verfilmung von 'Dungeons & Dragons'. Mir fällt spontan keine einzige (Computer-)Spielverfilmung ein die auch nur annähernd so etwas wie sehenswert wäre. Doch wollen wir die Hoffnung nicht aufgeben, schon die Wahrscheinlichkeitsrechnung lehrt uns, dass irgendwann etwas draus werden muss, wenn mans nur oft genug probiert. Und selbst wenn es wieder ein übel schlechter Reinfall wird: dann haben wir wenigstens was zu lästern und zu schimpfen, und das ist doch auch schonmal etwas.
"silent hill" ist einer der besseren sorte. auch die resident evil filme sind mmn nicht so übel.
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