Rekordtipper Zwei Amerikaner verschicken 217.000 SMS

Tippen, immer nur tippen - so haben zwei Amerikaner den März verbracht, um einen SMS-Rekord aufzustellen. Sie verschickten 217.000 Nachrichten, die Telefongesellschaft danach eine dicke Rechnung. Und der Eintrag im Guinness-Buch ist den beiden auch nicht sicher.


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist als SMS-Talent bekannt, das häufig und gern Kurznachrichten verschickt. Mit zwei US-Amerikanern kann die Regierungschefin aber sicher nicht mithalten. Der 29-jährige Nick Andes und der 30-jährige Doug Klinger aus Lancester bei Philadelphia schaffen es, an Spitzentagen zusammen mehr als 6000 Nachrichten per Handy abzusenden.

Schnell-Tipper: Die meisten Handynutzer können beim SMS-Schreiben nicht mit Nick Andes und Doug Klinger aus Lancester mithalten.
REUTERS

Schnell-Tipper: Die meisten Handynutzer können beim SMS-Schreiben nicht mit Nick Andes und Doug Klinger aus Lancester mithalten.

Um der Langeweile keinen Raum in ihrem Leben zu lassen, sind die beiden Freunde schon seit der gemeinsamen Schulzeit Hochleistungs-SMSer. Im März wollten sie aus ihrem Tipperalltag ausbrechen und einen Rekord im Dauer-SMS-Schreiben aufstellen. Das Ergebnis: 217.000 verschickte Kurzmitteilungen, 140.000 von Andes' Handy, etwa halb so viele von Klingers.

Ob das zum Weltrekord für die beiden reicht, ist unklar. 2005 soll Deepak Sharma in Indien 182.000 SMS in einem Monat verschickt haben - allerdings allein. Rekordverdächtig fiel jedoch die Rechnung aus, die T-Mobile an Andes schickte. Mehr als 26.000 Dollar verlangt der Mobilfunkbetreiber von dem 30-Jährigen, der sich beim Dauer-SMS-Senden auf seinen Flatrate-Tarif verlassen hatte.

Die Rechnung kam in einem Paket. Allein das Porto dafür betrug laut US-Medienberichten 27 Dollar. Denn T-Mobile listete akkurat alle einzelnen Verbindungen auf - der Papierstapel soll so dick wie zwei Telefonbücher gewesen sein.

Unbekanntes Limit

Nach einem ersten Schock gibt sich Andes entspannter und hofft auf die Kooperationsbereitschaft von T-Mobile. Das Unternehmen habe ihm inzwischen versichert, dass er die hohe Rechnung nicht begleichen müsse. Eine Erklärung, warum überhaupt erst der Riesenbetrag gefordert wurde, hat er auch parat.

Wie Andes dem regionalen Fernsehsender WSB-TV sagte, habe T-Mobile ihm mitgeteilt, dass die Flatrate aus technischen Gründen auf 100.000 SMS pro Monat begrenzt sein. Dieses Limit sei zuvor nie ein Problem gewesen, da bislang kein Kunde derart schreibwütig gewesen sei. Laut einem Bericht des Intelligencer Journal aus Lancester habe Andes der Mobilfunkfirma versprechen müssen, solch ein Massen-Mailing nicht zu wiederholen. T-Mobile teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP mit, der Vorgang werde überprüft.

Einen Tipp, um die Zahl der verschickten SMS in die Höhe zu treiben, haben sie auch. Während des Rekordversuchs beschränkten sich Andes und Klinger auf Mini-Nachrichten wie "Hello" oder "lol", der Kurzform für laughing out loud. Zugleich nutzten sie Techniken, um bis zu 45 SMS gleichzeitig abzusetzen. Ein Problem waren allerdings die eingehenden Nachrichten. In kurzen Abständen mussten die beiden ihre Posteingangsordner leeren, da der Handyspeicher voll war. Zum Lesen der empfangenen Nachrichten blieb dann meist keine Zeit mehr.

Egal, ob es einen Eintrag im Guinness-Buch gibt oder nicht - Andes' Ehefrau ist glücklich, dass der Rekordversuch abgeschlossen ist. Einen Monat lang hatte ihr Gatte tagsüber eigentlich nichts anderes getan, als auf seinem Handy zu tippen. "Sie hatte schon nach wenigen Tagen genug davon", gesteht Andes.

tko/AP



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