Surftipp Kostenlos-Erweiterung macht das Web zum Rollenspiel

Das erste Passive Multiplayer Online Game verwandelt das ganze WWW in eine Spielwelt. Durchs normale Surfen im Web kommt der Spieler weiter und trifft dabei unterwegs andere Menschen - wie in Rollenspielen.

Von Moses Grohé


Das Internet ist ein gefährlicher Ort: Mehr als 36.000 Webseiten sind vermint. Deponiert wurden die Sprengsätze von Spielern des Multiplayer Online Games "Pmog". Gefährlich werden sie aber nur für Menschen, die sich ebenfalls am Spiel beteiligen.

Eine Erweiterung für den Firefox-Browser, die kostenlos heruntergeladen werden kann, macht aus dem World Wide Web einen Spielplatz, auf dem weitaus mehr zu finden ist als News, Information, Bilder und Filme. "Im Grunde ist das WWW von sich aus bereits ein großes Multiplayer-Spiel", meint Merci Victoria Grace, die Game-Designerin des Spiels. "Pmog macht das nur deutlich und greifbar."

Eine kleine Leiste am unteren Rand des Browser-Fensters zeigt während des Surfens die wichtigsten Funktionen an. Für jede Webseite, die man besucht, werden dem Konto "Datapoints" gutgeschrieben, eine Mischung aus Geld und Erfahrungspunkten. Hinweise vom Spiel poppen als kleine bunte Fenster über der Webseite auf, denen man das Beta-Stadium des Spiels noch deutlich ansieht. Wenn man ahnungslos auf eine von Mitspielern auf der Seite hinterlassenen Mine tappt, zum Beispiel.

Es geht aber nicht darum, nur gemein zu sein. Nette Spieler hinterlassen auch mal eine mit "Datapoints" gefülle Schatzkiste. Außerdem können die Spieler ihre liebsten Seiten mit Bemerkungen versehen und für andere zu Missionen zusammenstellen, die funktionieren wie kleine Rundgänge durch das Netz. Wer Missionen erledigt oder erstellt oder genug "Datapoints" sammelt, kann seinen "Pmog"-Charakter bis auf Stufe 20 "leveln".

Für bestimmte Taten wird man außerdem mit Badges ausgezeichnet, ähnlich den Achievements auf Xbox Live. Wer zum Beispiel sieben Tage hintereinander Boingboing.net besucht, bekommt das "Bounce"-Badge, und wer 24 Stunden lang nicht auf Google.com geht, bekommt ein "Indie"-Badge.

Viele der Auszeichnungen verleihen sich wie von selbst durch eifriges Surfen, für andere muss man richtig schuften und zum Beispiel mehr als tausend Minen legen. Völlig passiv kommt man also auch in diesem Spiel nicht weiter.

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