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US-Wahlkampf: Barack Obama wirbt in Crash-Videospiel

"Burnout Paradise" ist ein Spiel, in dem es nicht zuletzt darum geht, Autos möglichst kunstvoll zu verschrotten. Nun soll es auch Wähler inspirieren: In den USA wirbt Barack Obama auf Plakaten in der Spielwelt um Stimmen für das Präsidentenamt.

Barack Obama lächelt von den in den USA Billboards genannten riesigen Reklametafeln, unter denen Autos aus Polygonen dahinrasen. Besitzer einer Xbox 360, die ihre Konsole mit dem Netz verbunden haben, bekommen im Vorbeifahren das Gesicht des Kandidaten der US-Demokraten zu sehen, zusammen mit dem Werbespruch: "Die Briefwahlphase hat begonnen - VoteForChange.com."

Screenshot aus "Burnout Paradise": Wahlwerbung im Rennspiel

Screenshot aus "Burnout Paradise": Wahlwerbung im Rennspiel

Die angepriesene Web-Seite bietet eine Anleitung zur Registrierung als Wähler und Hilfen beim Auffinden von Wahllokalen oder dem Ordern von Briefwahlunterlagen.

Ein Sprecher des Herstellers von " Burnout Paradise", dem Spiele-Publisher Electronic Arts, bestätigte, dass Obamas Kampagnenteam Werbeflächen in der Spielwelt gebucht hat: "Wie die meisten TV-, Radio- und Printmedien akzeptieren wir Werbebuchungen von glaubwürdigen politischen Kandidaten." Der Sprecher fügte hinzu, dass "diese Werbung nicht die politische Haltung von Electronic Arts oder die Meinung seiner Entwicklerteams widerspiegelt".

Ingame-Werbung in Spielen ist seit einiger Zeit gang und gäbe. Auch auf den aktuellen Spielkonsolen lässt sich einfach dynamisch Werbung in Spielwelten einblenden, weil viele davon ohnehin mit dem Netz verbunden sind. Gerade in Online-Spielen lässt sich so aktuelles Material einspeisen, aber auch Offline-Spiele werden gelegentlich über im Hintergrund ausgeführte Downloads mit neuen Werbeeinblendungen versorgt.

Ingame-Werbung gilt als Wachstumsmarkt, weil gerade die videospielaffine Zielgruppe der jungen Männer über das Fernsehen immer schlechter erreicht werden kann. Das ist wohl auch das Kalkül der Obama-Wahlkämpfer. Das McCain-Lager dürfte mit solchen Werbeformen eher zögerlich umgehen.

Ein Kommentator im US-Autoblog Jalopnik scherzte denn auch: "Die McCain-Kampagne wird reagieren, indem sie landesweit Werbeflächen in Pong-Konsolen bucht."

cis

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Angespielt: Burnout - Paradise

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