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Winzcomputer iKit: Billig-Laptop für die Hosentasche

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Am kleinsten, leichtesten, billigsten: Seit gut einem Jahr stehen Netbooks hoch in der Gunst der Kunden - doch dass man diese Superlative noch viel weiter treiben kann, beweist das iKit. Es ist kompakt wie ein Kartenspiel und kostet so viel wie zwei Tankfüllungen.

Wer vom geringen Gewicht der Netbooks begeistert ist, wird das iKit lieben. Nur 113 Gramm bringt der Winz-PC auf die Waage, weniger als manches Handy. Man könnte auch sagen: Das iKit ist eine Art Mobiltelefon ohne Telefonfunktion. Ein vergleichweise großer Aufklappbildschirm mit QVGA-Auflösung (320 x 240 Pixel) und eine vollständige Tastatur sind aber eingebaut. Um die zu bedienen, braucht man freilich filigrane Finger.

Denn die gleichen Tasten, die sonst auf einer breiten PC-Tastatur untergebracht sind, müssen sich hier auf eine Breite von nur 9,5 Zentimetern zusammenquetschen. Der angepeilten Kundschaft soll das kein Hindernis sein, hofft das US-Unternehmen Imovio. Vor allem Jugendliche sieht man als Käufer des Kleinstgerätes - und Erwachsene weiblichen Geschlechts. Käufer mit schlanken Fingern eben.

Die sollen mit dem iKit vor allem digital Kontakt mit ihren Freunden halten. Sie sollen ihre Profile in sozialen Netzwerken pflegen, Chatten und E-Mails verschicken. Dafür, dass das auf dem Kommunikationszwerg mit seinem 312-Megahertz-Prozessor und mageren 64 MB Arbeitsspeicher klappt, soll ein Linux-Betriebssystem sorgen. Speicherplatz lässt sich hinzukaufen - das Gerät schluckt Micro-SD-Karten bis zu einer Größe von acht Gigabyte. Ein Kopfhörer lässt sich nur über einen USB-Adapter anschließen.

Billige Alternative zu Netbooks und iPhone

Um Verbindungen zur Außenwelt aufzubauen sind Bluetooth und W-Lan eingebaut. Außerdem verspricht der Hersteller, man könne in den einzigen USB-Anschluss des Geräts einen HSDPA-USB-Stick einstöpseln, der schnelle Surftouren über Mobilnetze ermöglichen könnte.

Und genau auf solche Kombipakete aus iKit und Surfstick, scheint das Unternehmen zu spekulieren. Schon im normalen Handel soll das Gerät, das jetzt in Großbritannien vorgestellt wurde, nur 130 Euro kosten - nicht mehr als zwei Tankfüllungen. Inklusive eines Mobilfunk-Datenvertrages und Surfstick könnte dieser Preis noch deutlich sinken, hofft Imovio. Wann das Miniatur-Laptop in Deutschland in den Handel kommen wird, ist derzeit allerdings noch offen. Immerhin jedoch zeichnet es den nächsten Trend der mobilen Web-Nutzung vor. Nach den noch relativ großen Netbooks und den teuren iPhones könnten im kommenden Jahr billige kleine Surfmaschinen wie das iKit den Markt von unten her aufrollen.

Die passenden Chips hat Marktführer Intel längst in Planung und stellte in Taiwan auch eben erst einen ersten lauffähigen Prototyp eines sogenannten MID, eines Mobile Internet Device, vor. Die Mobilfunkanbieter wiederum haben in diesem Jahr günstige mobile Surftarife eingeführt, die beispielsweise auch eine nur tageweise Nutzung und Bezahlung ihrer mobilen Datennetze ermöglichen.

Fehlen nur noch die passenden Geräte, um diese Dienste auch wirklich vielen Anwendern zugänglich zu machen. Das iKit dürfte nur ein Vorgeschmack darauf sein, wie die im nächsten Jahr aussehen könnten.

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Imovio iKit: Ein Notebook für die Hosentasche


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