"World of Warcraft" Peta protestiert in Online-Spielen gegen Robben-Schlächter

Die Tierschützer von Peta weiten ihren Protest gegen Tierquälerei jetzt auf die Online-Welt aus. Am Samstag sollen Unterstützer der Aktivisten eine Partie des Rollenspiels "World of Warcraft" spielen - und dabei Robben-Killer abschlachten.


Den Namen Peta verbindet man wohl am ehesten mit Postern halbnackter Prominenter von Pamela Anderson bis Eva Mendes, die bekennen: Lieber nackt als im Pelz. Jetzt versucht es die Tierschutzorganisation mit einer virtuellen Schlacht im Rollenspiel "World of Warcraft".

Jagd auf die Jäger: Mit Bildern süßer Robbenbabys mit großen, traurigen Augen ruft Peta zum Online-Protest in "World of Warcraft" auf

Jagd auf die Jäger: Mit Bildern süßer Robbenbabys mit großen, traurigen Augen ruft Peta zum Online-Protest in "World of Warcraft" auf

In ihrem Blog The Peta Files rief die Organisation diese Woche zu einer Partie des beliebten Online-Spiels auf. Die Peta-Unterstützer sollen sich am Ostersamstag in der Cyber-Welt einer Horde virtueller Robben-Killer stellen und damit ein Zeichen gegen die tatsächliche Schlachtung der Tiere vor der Küste Kanadas setzen.

Nicht, dass in dem Spiel tatsächlich Jagd auf Robbenbabys gemacht würde. Doch die Tierschützer scheinen in der komplexen virtuellen Realität von "World of Warcraft" einen neuen Kanal für ihren provokativen Protest zu sehen. "Wer zum Spaß Robbenbabys tötet, kann nur dem bösen Lich-König gehorchen", heißt es im Blog. Wer auch immer dieser Lich sein mag - die Peta-Unterstützer jedenfalls ziehen am Samstagabend im Heulenden Fjord gegen seine Untertanen in die Schlacht.

Immer wieder machen die Tierschützer mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf sich aufmerksam: Sie demonstrieren nackt, in Käfige eingesperrt oder malen sich mit Farbe so an, dass sie wie blutbeschmiert aussehen. Eine Kampagne, in der sie die Haltungsbedingungen von Hühnern mit dem Holocaust verglichen, sorgte weltweit für Protest - und einstweilige Verfügungen.

Auch die aktuelle Aktion kritisieren einige als nichts als eine weitere mediale Inszenierung. In der Facebook-Gruppe, die mit Videos und Bildern süßer Robbenbabys mit großen traurigen Augen für die Schlacht wirbt, wird moniert: "Peta verwendet alle Zeit und Geld darauf, Aktionen für die Publicity zu machen, tut aber absolut nichts, um tatsächlich Tiere zu retten." Ein anderer Nutzer warnt auf der Pinnwand davor, dass wegen der technischen Beschränkungen fürs Mitspielen die meisten wohl bloß Zeuge der großen Robbenschlachtung sein werden, ohne etwas dagegen tun zu können.

Den ernsten Hintergrund kann man der Peta-Aktion allerdings nicht streitig machen: In Kanada werden jedes Jahr Hunderttausende Robben mit Genehmigung getötet. Die Jagdsaison hat Ende März begonnen, und gerade erst hat die kanadische Regierung bekanntgegeben, dass die Fangquote in diesem Jahr sogar noch erhöht wurde.

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