Steckdose: 220 Volt, 2 Megabit Datendurchsatz - ab Ende März im Ruhrgebiet
Düsseldorf - Als erster Energiekonzern will die Essener RWE AG noch in diesem Monat den lang angekündigten Internetzugang über das Stromnetz ermöglichen. Auf der diesjährigen Cebit wird der Startschuss für das Angebot unter dem Namen "PowerNet" gegeben, wie ein Sprecher der zuständigen Konzerntochter RWE Powerline GmbH ankündigte. Das ist eine kleine Überraschung: Bis zuletzt hatte das Unternehmen den Start von "PowerNet" für den Juli diesen Jahres versprochen.
Zunächst werde die neue Technologie in Essen und Mülheim an der Ruhr angeboten. Weitere Städte würden dann rasch folgen, sagte er. RWE will privaten Haushalten dann einen breitbandigen Internetzugang bieten mit einer Übertragungsrate von zwei Megabit pro Sekunde.
Die bisherigen Feldversuche hätten gezeigt, dass die Technik marktreif sei, betonte der RWE-Sprecher. Bei den Testpersonen habe Powerline großen Anklang gefunden. Ziel sei, zunächst "mehrere tausend Haushalte anzuschließen". Die zuständige Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post hat nach Angaben des Unternehmens keine Einwände gegen gegen die Nutzung der geplanten Frequenzen erhoben.
Ein Preismodell für PowerNet will RWE am 23. März auf der Cebit erläutern. Dann soll auch ein zweites, verwandtes Produkt mit dem Namen "eHome Services" vorgestellt werden. Mit dem neuen Angebot soll es möglich sein, Elektrogeräte oder auch die Heizung von jedem Ort aus per Internet oder Handy ein- oder auszuschalten oder zu programmieren.
RWE hatte im vergangenen Jahr die Powerline-Technologie unter anderem bei einem großangelegten Feldversuch in Essen getestet, bei dem rund hundert Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie eine Schule angeschlossen wurden. RWE kooperierte dabei bereits mit dem Schweizer Technologiekonzern Ascom Holding AG, der die nötigen Geräte und Modems herstellt. Der Vorstandsvorsitzende von RWE, Dietmar Kuhnt, hatte auf der jüngsten Hauptversammlung des Konzerns die Powerline-Technologie noch als eine der herausragenden "Innovationen für das Kerngeschäft" gewürdigt.
Mit Powerline experimentieren neben RWE bereits seit geraumer Zeit auch zahlreiche andere Energieunternehmen. Im vergangenen Jahr hatten mehrere Versorger ebenfalls angekündigt, in diesem Frühjahr mit der Technologie auf den Markt gehen zu wollen. Dies wurde von einigen mittlerweile wieder zurückgenommen. Bei der zuständige E.ON-Tochter Oneline AG, Barleben, hieß es jetzt, die Pläne der Konkurrenten hätten keine direkten Auswirkungen auf den eigenen Powerline-Zeitplan.
Beim im September angekündigten Pilotversuch in Zusammenarbeit mit der Avacon AG seien jetzt erst die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen worden. Erst im April gehe es in die eigentliche sechsmonatige Testphase. Ein Powerline-Sprecher erläuterte, erst nach der anschließenden Auswertung der Ergebnisse werde man über einen Markteintritt entscheiden.
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