Die Reise in die virtuelle Welt beginnt vielversprechend. In der schummrig abgedunkelten Halle huschen Mädchen in silberglitzernden Minikleidern auf Plateausohlen vorbei. Sie verteilen mit verführerischem Augenaufschlag Prospekte. Durch das Dunkel des Cycosmos wabert ab und zu ein dichter Nebelvorhang, von der Decke zucken poppig-bunte Laserstrahlen. Aus den Lautsprecher-Boxen dröhnen abwechselnd harter Computer-Beat und stimmungsvolle sphärische Klänge.
Florian (12) tastet sich zu einem der kugelartigen, von roten und grünen Neonröhren angestrahlten Computer-Terminals vor, von denen aus er in die virtuelle Welt, den Cycosmos, einchecken kann. Er muß zunächst einen Spitznamen und ein Paßwort eingeben. Danach zeigt der Bildschirm an, daß Florian jetzt ein Cosmonaut - ein sogenannter Avatar - werden und sich seine eigene, virtuelle Identität schaffen kann. Das will Florian und drückt gespannt auf die Enter-Taste. Auf einmal die abrupte Anzeige: Error - der Computer ist abgestürzt. Florian versucht an mehreren anderen Terminals sein Glück, bevor er einen der vielen Cosmo-Helfer in der Halle um Rat fragt. Die sind selber genervt, weil sie vor dem Problem an diesem Vormittag schon dutzendmal standen - und dabei ist es erst halb zwölf.
"Der Ansturm auf den Cycosmos war so groß, daß der ganze Server zusammengebrochen ist", erklärt Oliver Suhre von der ID-Gruppe, die den Cycosmos geschaffen hat. "Aber in zwei Stunden wird alles funktionieren". Solange will Florian aber nicht warten. Er schenkt sich die Cyber-Reise und macht sich in Richtung Spielehalle davon.
Nächster Akt: Chancen 2000
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