Yahoo hatte seinen kurzen Ausflug ins Sex-Geschäft bereits nach wenigen Tagen beendet
Hamburg - Ein bisschen erinnert der Vorstoß von T-Online-Chef Thomas Holtrop an das Internetportal Yahoo!. Dort hatte das Management im April ebenfalls eine Erotik-Initiative gestartet und kurzzeitig sogar Porno-Seiten ins eigene Angebot eingebaut. "Adult-Shop" hieß das damals. Nach Protesten konservativer Interessengruppen in den USA waren die umstrittenen Bereiche allerdings bereits nach wenigen Tagen wieder verschwunden.
Nun interessiert sich auch T-Online für das Geschäft mit der nackten Haut. "Mit Erotik kann man Geld verdienen. Das ist ein lukratives Angebot, welches wir für uns sehr genau analysieren", erklärt Firmenchef Thomas Holtrop gegenüber der "Financial Times Deutschland" die Begehrlichkeiten seines Dienstes. Yahoo-Chef Jeff Mallet hatte das kurzzeitige Porno-Intermezzo ebenfalls mit den Einnahmen begründet, mit denen das Sex-Business lockt. Das Unternehmen wolle so seine Strategie verfolgen, die größte kommerzielle Seite im Netz zu werden.
Denn eines ist klar: Im Internet-Sex-Geschäft rollt auch in Krisenzeiten der Rubel, wenn auch einige Unternehmen zuletzt über Einbußen klagten. Etwa jeder Dritte deutsche Internetsurfer besucht aktuellen Studien zufolge regelmäßig Erotikseiten. So ist es einigermaßen folgerichtig, dass T-Online mit seiner von der Konzernspitze verkündeten "Geld-für-Content"-Initiative auch auf diesen Bereich zielt. Schließlich wollen Holtrop und Co. ihrem Kunden in Zukunft Inhalte bieten, bei denen "er auch bereit ist, dafür zu zahlen".
Das sollen nach Vorstellungen des Managements beispielsweise auch Konzerte oder andere Großereignisse sein. Auch eine Partnerschaft mit Medienmogul Leo Kirch mit seinen Rechten an der Formel 1 oder der Fußballweltmeisterschaft könne daher sinnvoll sein, sagte Holtrup. Entsprechende Verhandlungen gebe es aber derzeit nicht.
Bei der Bezahlung der Dienste bevorzugt Holtrop die Einzelabrechnung im sogenannten Pay-per-Click-Verfahren. Eine monatliche Pauschale lehnt er ab. Möglicherweise ist der T-Online-Chef durch Kirchs digitales Bezahlfernsehen gewarnt, das mit dem Pauschalmodell seit Jahren rote Zahlen schreibt.
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