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Überraschungsdeal KaZaA verkauft sich selbst

2. Teil: Im 2. Teil: Gegen P2P helfen keine Klagen, sondern nur massive Preissenkungen. Das juristische Geplänkel ist nur Werbung für P2P - doch die Musikindustrie klebt an ihren kartellartigen Deals. Weiter

Volles Programm: "Madonna" und Co. im Überfluss

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Für die Software KaZaA war all das eine erstklassige Werbung, die User im Netzwerk interessierte der ganze Vorgang sowieso nicht: Zu keinem Zeitpunkt waren die Downloads im FastTrack-Netz in irgendeiner Weise beeinträchtigt.

Denn gegen verteilte Netzwerke ist kein (legales) Kraut gewachsen. Mit juristischen Mitteln ist ihnen nicht beizukommen. Dabei liegt die Lösung so nah, findet nicht nur SPIEGEL-ONLINE-Leser Mark C.: "Man entzieht dem 'illegalen' Raubkopierern von Musik, Videos oder auch Software jeglichen Nährboden, wenn es für den Nutzer keinen so großen wirtschaftlichen Vorteil bei praktisch null Risiko mehr gibt, also die Preise drastisch senkt."

Genau hier liegen die wirklichen Probleme der Entertainment-, aber auch der Softwareindustrie: Ihre Produkte gelten als so hoffnungslos überteuert, dass den Nutzern der P2P-Börsen jedes Unrechtsempfinden fehlt - auch sie fühlen sich beraubt.

Bei allem Bemühen um Sachlichkeit kann das manchmal kaum verwundern, wie das Beispiel der neuen, kommerziellen Downloaddienste zeigt: Obwohl Online-Distribution die Kosten der Herstellung und der Warenlogistik an den User weitergibt (der Hardware, Rohlinge und den Download bezahlen muss), dokumentiert die Industrie mit ihrer Preisung von Online-Musikdiensten eindrucksvoll, dass sie nicht vorhat, ihre eigene Kostenersparnis an den Kunden weiter zu geben.

Das - und nicht die flächendeckende Verbreitung kostenloser, illegaler Alternativen - ist der Sargnagel für die kommerziellen Versuche, legale Online-Musikbörsen zu etablieren. Die fünf großen Musikfirmen haben den Weltmarkt unter sich aufgeteilt und zu einem einheitlichen Preisniveau gefunden, an dem sie selbst nicht rütteln: Sie machen Morpheus, KaZaA und Co. keine Konkurrenz. Statt um die Kunden zu kämpfen, verklagen sie Softwarehersteller wie KaZaA.

Wie leicht es ist, sich so einem Versuch zu entziehen, haben die Holländer nun vorgeführt. KaZaA ist nun (vorerst) eine australische Firma, und die Show geht weiter. Ring frei zur nächsten Runde.

Frank Patalong

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