Amtierender Weltmeister der Schachprogramme: Deep Junior
Keine Frage: Die großen Schaukämpfe Mensch gegen Maschine sind nicht nur für den Schachsport und die beteiligten Spieler, sondern auch für die eingesetzten Programme eine nicht zu unterschätzende Werbung. Deep Junior, in New York Garry Kasparows Kontrahent, ist bisher weit weniger bekannt als Deep Fritz, an dem sich im letzten Jahr der amtierende Weltmeister Wladimir Kramnik maß - und sich am Ende mit einem Unentschieden zufrieden geben musste.
Fritz gilt Kennern als stärker als Junior, obwohl dieser den Titel "Computerschach-Weltmeister" trägt - das ist fast wie bei Kramnik und Kasporow. Letzterer führt die Weltrangliste seit 18 Jahren an, eine Chance, den im Jahr 2000 verlorenen Weltmeistertitel zurück zu erobern, gab ihm Kramnik bisher aber nicht.
Bisher galt Junior vor allem als kraftvolles Schach-Analyse-Tool, nicht so sehr als autonomer "Spieler": Dafür, meinen Experten, sei seine Spiele-Datenbank gerade im direkten Vergleich mit Fritz zu klein.
Die in New York eingesetzte Version Deep Junior, auf der Mehrprozessor-fähigen Programmversion Junior 7 beruhend, ist im Handel allerdings noch gar nicht zu haben und darum schwer zu einzuschätzen. Bei der letzten Computerschach-Weltmeisterschaft holte die Vorgängerversion den Titel, seitdem haben die Entwickler Amir Ban und Shay Bushinsky noch etliche hundert Stunden Entwicklungsarbeit hineingesteckt: Junior, ist zu hören, ist in dieser Top-Version ein äußerst aggressives Programm.
Unter Turnierbedingungen hat Junior seit zwei Jahren gegen keinen menschlichen Spieler verloren, sagen die Entwickler. Die Spezifikationen der Turnierversion aber hüten sie wie einen Schatz.
inter Junior steht keine Entwicklerfirma im eigentlichen Sinne. Das Programm ist eine private Entwicklung des IT-Fachmanns Amir Ban, der bei der isarelischen Firma M-Systems Vizechef der Forschungsabteilung ist, und von Shay Bushinsky, dem Kopf von ChessDev. Beraten werden sie von Boris Alterman, dem ehemaligen israelischen Schachmeister. Der Vertrieb des Programmes läuft über das deutsche Unternehmen Chessbase.
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