Wenn Administratoren vorhandene Schutz-Software nicht anwenden, steckt in ihren Rechner bald der Wurm
Slammer machte sich einen Fehler in der Microsoft-Software SQL Server 2000 und Desktop Engine 2000 zu nutze. Der nur 376 Byte große Wurm verbreitete sich über diese Datenbank-Anwendungen, die allgemein nur auf professionell genutzten Rechnern zu finden sind. Der Schaden, den der wiselflinke Wurm anstellte, ist überschaubar. Er griff weder Privatrechner an, noch hat er Datenbestände zerstört.
Da er die befallenen Server aber mit seinem penetranten Weiterverbreitungswunsch extrem in Anspruch nahm, verlangsamte sich der Datenaustausch im Netz teilweise auf die Hälfte des Üblichen. Viele der befallenen Server mussten vom Netz genommen werden, um mit dem Reperaturprogramm von Microsoft gegen Würmer wie Slammer geimpft zu werden. Das so genannte Patch ist seit Juli 2002 verfügbar.
"Ich denke nicht, dass Microsoft für diesen Wurm wirklich verantwortlich gemacht werden kann", sagt Marc Maiffret von dem Sicherheits-Unternehmen eEye Digital Security zu "CNET News.com". Microsoft habe zwar fehlerhafte Software produziert, habe aber alles Erforderliche zur Behebung des Fehlers getan. "Die Kunden waren in der Lage, sich selbst zu schützen", betont Maiffret. Indem viele Unternehmen ihre verletzlichen Rechner am Netz ließen, sei ein Desaster fast unvermeidlich gewesen.
"Viele Systemadministratoren mögen Fehler gemacht haben", vermutet Maiffret, "Aber viele Geschäftsführer müssen sich fragen lassen, ob sie den auch genug Personal eingestellt haben, um ihre Netze zu schützen".
Schwer getroffen hat Slammer beispielweise die Bank of America. Am Samstag fielen alle 13.000 Bankautomaten des amerikanischen Geldinstituts aus. Ob der Wurm sich noch einmal kräftig winden kann, wird sich am Montag zeigen, sobald in den USA nach dem geschäftlich ruhigen Superbowl-Wochenende der volle Geschäftsbetrieb wieder aufgenommen wird. Wahrscheinlicher ist aber, dass die verantwortlichen Computer-Fachleute die Football-Partys früh verlassen haben, um sich nicht dem Spott weniger sportbegeisterter Kollegen hinzugeben.
David Heimburger
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Tech | RSS |
| alles zum Thema Computersicherheit | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH