Dass die Kiste in einem Retro-Design daherkommt, das an Stereobausteine der Spätsiebziger erinnert, sollte niemanden täuschen: Der dänische DVD-Player Kiss aus der Entwicklerstube von Robert Ross ist auf der Höhe der Zeit. Wenn der Player eines ist, dann ist er kompatibel - in alle möglichen Richtungen.
Denn mehr Formate als das "Küsschen" liest derzeit kein Player, und natürlich stellt auch so gut wie keines der üblichen Scheibenmedien ein Problem für ihn da: Fast alles, was irgendwie silber ist, im Werk oder daheim gebrannt oder wiederbeschrieben, wird auch gelesen. Einzige Ausnahme: DVD+RW.
Neben DVD und VCD oder S-VCD in Mpeg1 oder 2 oder 4 liest er normale CD, natürlich auch MP3 und was sonst heute üblich ist. Erwähnenswert am Kiss ist eher, was sonst unüblich ist: Der Player liest auch DivX-Formate, und das kann sonst wahrlich keiner.
Für den Heimanwender hat das ganz erhebliche Vorteile: Mit DivX lassen sich auf ganz normale CD-Rohlinge qualitativ äußerst hochwertige Kopien von Produkten ziehen, die man vielleicht gar nicht kopieren darf (außer als private Sicherheitskopie). Theoretisch bietet DivX auch die Möglichkeit, über das Web stark komprimierte und trotzdem hochwertige Urlaubsfilme mit Freunden zu tauschen. Dafür, dass deutlich mehr Menschen stattdessen DivX-Kopien diverser Kinofilme tauschen, ist der Hersteller natürlich nicht verantwortlich.
Die müssen bisher in ein auf Mpeg1oder 2 basierendes VCD-Format konvertiert werden, bevor man sie über einen DVD-Player auf dem TV-Bildschirm bewundern kann. Der Kiss liest direkt die DivX-codierte Datei, wie auch den kommenden neuen Mpeg-Standard 4, was der Qualität des Brennprodukts zugute kommt. Bisher bedient der Kiss die DivX-Formate 4 und 5. Auch das ist schön: Der Kuss ist Upgrade-fähig.
Bisher wurde der Preis für die Wunderkiste mit 499 Euro angegeben, in den letzten Tagen jedoch scheint der nun zu krümeln: Die Hersteller-Website gibt inzwischen eine Preisempfehlung von 399 Euro aus. Wem DivX-Fähigkeit nicht als Rechtfertigung für dieses nicht ganz kleine Investment reicht, der weist seinen oder ihren vernünftigeren Partner auf die Ausstattungsmerkmale hin: Retro ist in, die Bildqualität wird in Tests hoch gelobt - und die Steckbuchsen der Ausgänge sind immerhin vergoldet.
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