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01.08.2003
 

US-Behörden warnen

Großangriff auf das Internet?

Bei der Vorhersage drohender Hack-Attacken und "Cyberwars" waren die US-Behörden bisher wenig erfolgreich. Jetzt aber sind sie wieder einmal sicher: Da ist was im Anzug - und diesmal könnte etwas dran sein.

US-Behörden entdecken unheilvolle Wolken am Web-Horizont: Wann beginnt das Gewitter?
DPA

US-Behörden entdecken unheilvolle Wolken am Web-Horizont: Wann beginnt das Gewitter?

In der US-Regierung wächst auf Grund zunehmender Hacker-Aktivitäten die Furcht vor einem breit angelegten Angriff auf das Internet. Am Donnerstag wurde in den Bundesbehörden eine Warnung vor massiver Abtastung von Computern mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows herausgegeben. In den zurückliegenden Tagen hätten Hacker hoch entwickelte und automatisierte Abtastprogramme eingesetzt. Das Heimatschutzministerium hatte bereits am Mittwoch vor einem "erheblichen Schlag gegen das Internet" gewarnt.

Die Ausspionierung der Computer wird durch einen Fehler des Betriebssystems ermöglicht. Auf die "Windows RPC Interface Buffer Overrun"-Sicherheitslücke wurde zuerst am 16. Juli hingewiesen, und umgehend, sagen Sicherheitsexperten, hätte in Hackergruppen die Diskussion darum begonnen. Möglichkeiten, die Sicherheitslücke auszunutzen, würden disktutiert, und insbesondere das Volumen von Portscans sei in den letzten zwei Wochen messbar angestiegen. Dabei versuchen Hacker durch eine Überprüfung diverser Ports des Computers zum Internet einen Zugang auf einen Rechner zu finden.

Dort ist dann unter Ausnutzung der Sicherheitslücke so ziemlich alles möglich. Wörtlich heißt es bei Microsoft: "Wenn ein Angreifer diese Schwachstelle erfolgreich ausnutzen kann, kann er die vollständige Kontrolle über einen Remotecomputer erlangen. Dies ermöglicht dem Angreifer das Durchführen aller gewünschten Aktionen auf dem Server, z. B. das Ändern von Webseiten, das Neuformatieren der Festplatte oder das Hinzufügen neuer Benutzer zur Gruppe Lokale Administratoren."

Experten drängen Windows-Nutzer, sich umgehend über die Microsoft-Homepage ein Reparatur-Patch herunterzuladen. "Ein Angriff kann jetzt jeden Tag kommen", sagte Chris Wysopal von der Sicherheitsfirma AtStake, die Regierungsbehörden und große Unternehmen berät. Wegen der Masse der potenziell betroffenen Computer drohe ein größerer Schaden als durch den Virus "Code Red" im Sommer 2001. Auch die Bundespolizei FBI ist nach Angaben eines Sprechers sehr besorgt über einen umfangreiche Attacke, mit der das Internet teilweise ausgeschaltet werden könnte.

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