Es muss einmal gesagt werden: Wer auch immer diese Virenwelle in die Welt gesetzt hat, hat es mit Liebe getan. Statt eine schäbige kleine Mail um die Welt zu schicken, die per Klick Ausblicke auf nackte Kurnikowas, wilde Screensaver oder Körperteile verlängernde Medikamente verspricht, leistete sich der Virenautor ein richtig sorgfältiges Design.
Und das ist ziemlich überzeugend. Wenn Microsoft Softwareupdates per E-Mail verschicken würde, sähe das wahrscheinlich genaus so aus. Doch Microsoft verschickt keine Programme per E-Mail - und schon gar nicht unaufgefordert.
Der überzeugend auf Microsoft getrimmte Brief ist nichts als ein Lockmittel, das den Internetnutzer zum Klick auf einen der versprochenen Sicherheitspatches verleiten soll. Wer das tut, schießt sich ab: Denn wo Microsoft draufsteht, ist in diesem Fall Swen drin - und Swen alias "Gibe" ist ein Wurm, ein mieser.
Der verbreitet sich per Mail, aber - in anderer Verpackung - auch per IRC und über die P2P-Tauschbörse KaZaA. Sein vornehmster Daseinszweck ist die Selbstvermehrung, die ihm per Klick gelingt oder gar per automatischem Befall des Betriebssystems: Das gelingt allerdings nur bei Nutzern eines nicht hinreichend "gepatchten" Internet Explorers. Denn die betreffende Sicherheitslücke ist bereits seit 2001 bekannt.
Gelingt der Befall des Rechners - gefährdet und betroffen sind alle Versionen von Windows - versucht das Virus zunächst, Firewalls und Virenscanner zu deaktivieren. Sodann geht es an die Selbstvermehrung per E-Mail. Frische Adressen zieht es aus dem Adressbuch und Eingangsordner des befallenen Rechners. Für den Versand bringt Swen sogar seinen eigenen Mailserver mit.
Alle Hersteller von Virenschutzsoftware bieten mittlerweile Updates an, die Swen den Garaus machen.
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