Windows-Betriebssysteme: Wieder ein Sicherheitsloch entdeckt
Washington - Der Software-Hersteller Microsoft hat heute eine gravierende Sicherheitslücke in seinem Betriebssystem Windows bekannt gemacht. Allen Kunden werde dringend geraten, eine im Internet zur Verfügung gestellte Reparatursoftware herunter zu laden, teilte das Unternehmen mit. Die Sicherheitslücke soll es Hackern ermöglichen, unbemerkt in fremde Computer einzudringen und dort Daten zu stehlen oder zu löschen. Das berichtet die Internet-Sicherheitsfirma eEye, die Microsoft schon im vergangenen Juli auf die Probleme hinwies.
Der für Sicherheitsfragen zuständige Microsoft-Manager Stephen Toulouse sagte, es handele sich "um ein ausgesprochen tiefes und umfassendes" Problem. Marc Maiffret von eEye erklärte, vermutlich seien noch nie so viele Systeme durch einen Windows-Fehler bedroht gewesen. Durch die Lücke "kann man in Internet-Server eindringen, in interne Netzwerke, praktisch in jedes System", sagte Maiffret. Auch Computersysteme, die Stromkraft- oder Wasserwerke kontrollierten, seien gefährdet.
Maiffret kritisierte, das Microsoft nach dem Hinweis seiner Firma sechs Monate brauchte, um ein Patch bereit zu stellen und die Öffentlichkeit zu informieren. eEye habe auf eine Bekanntmachung unmittelbar nach der Entdeckung des Fehlers verzichtet, weil man Microsoft Zeit geben wollte, das Problem zu lösen, sagte er.
Es sei nicht bekannt, ob die Lücke bereits von Hackern erkannt und ausgenutzt wurde, erklärten beide Unternehmen übereinstimmend. eEye habe verschiedene Einbruchsmethoden aber an seinen eigenen Computern mit Erfolg getestet, sagte Maiffret.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Tech | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH