Intels neuer Superchip für PCs wird kein Pentium-4 sein. "Wir beschleunigen die Entwicklung anderer Produkte, von denen wir glauben, dass sie den Wünschen der Verbraucher entsprechen." Das Statement der Intel-Sprecherin Laura Anderson klang so, als seien die bisherigen (und geplanten) Prozessoren ein bisschen am Markt vorbei gedacht.
Tatsächlich stecken die schnellsten Intel-Chips immer mehr in der Hitzefalle. Bei immer höheren Taktraten steigen Stromverbrauch und Wärmeentwicklung drastisch an. Der geplante Pentium-4 mit dem Codenamen "Tejas" hat sich offenbar entwicklungstechnisch als Sackgasse erwiesen. Taktraten bis zu sieben Gigahertz gelten mittlerweile auch unter Intel-Entwicklern als nicht mehr so recht beherrschbar. Deshalb zog der Marktführer auf dem Prozessormarkt nun die Notbremse.
Betroffen davon ist auch die Entwicklung des neuen Xeon-Prozessors für Server mit dem Namen "Jayhawk". Künftig will sich Intel auf die so genannte Dual-Core-Technik konzentrieren, bei der quasi zwei Prozessoren miteinander vereinigt werden. Ein Analyst verglich das Konzept mit Motoren: "Das ist so, als würde man zwei Zylinder einbauen statt einem großen."
Die Dual-Core-Chips haben den Vorteil, dass sie mit niedrigerer Spannung auskommen und weniger Hitze entwickeln, die Leistung jedoch deutlich höher ist als bei herkömmlichen Prozessoren. Die Intel-Konkurrenz von AMD hat die Technologie zur Produktion von Dual-Core-Chips bereits entwickelt und will entsprechende Prozessoren anbieten, sobald der Markt es erfordert, wie AMD-Sprecherin Brenda Rarick erklärte.
Der Stopp für die neue Pentium-4-Generation passt zur neuen Marketingstrategie im Hause Intel. Im März hatte der Chiphersteller überraschend erklärt, dass künftig nicht mehr nur die Gigahertz allein zählen, wenn man einen schnellen Prozessor sucht. Statt mit den üblichen Angaben zur Taktfrequenz will Intel seine Chips wie ein Autohändler als 300er, 500er oder 700er verkaufen. Dahinter steckt auch die bei Intel lange Zeit vernebelte Tatsache, dass neben der Taktung auch die Chiparchitektur über die Performance entscheidet.
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