Allein fürs Telefonieren und fürs Schreiben von SMS braucht kein Mobilfunkkunde UMTS. Erst bei der Nutzung neuer Dienste mit Bild- und Audio-Inhalten sowie der Videotelefonie spielt die erweiterte Leistung eine Rolle. Außerdem bietet der neue Mobilfunkstandard für die mobile Datenübertragung immense Vorteile. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 384 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s), sechsmal schneller als mit ISDN im Festnetz, lassen sich Daten drahtlos auf ein Notebook laden.
Unter den Mobilfunkanbietern ist inzwischen ein Preiskampf um die Kunden entstanden. Die Karten, anfangs knapp 300 Euro teuer, kosten inzwischen bei Vodafone nur noch einen Euro. E-Plus verschenkt die Hardware beim Vertragsabschluss gar völlig. T-Mobile und O2 zeigen sich vergleichsweise unbeeindruckt. Die Telekom-Tochter, nach Vodafone der zweitgrößte Netzbetreiber auf dem deutschen Markt, verlangt beim Abschluss eines 24-Monate-Laufzeitvertrtages nach wie vor 149,95 Euro. O2 hat den Preis auf 99,95 Euro gesenkt.
Und trotzdem: Für Privatkunden sind die Angebote bisher nicht gedacht. "Das ist kein Massenprodukt", sagt E-Plus-Sprecherin Catrin Glücksmann. Die neuen Möglichkeiten durch die größere Bandbreite bei der Datenübertragung seien zunächst vor allem für Firmenkunden interessant. Sie erleichterten den Zugang zu Unternehmensnetzwerken.
Nach Angaben der Sprecherin hat E-Plus die Subventionen für die UMTS-Karte angehoben, weil "wir uns dem Trend nicht entziehen können". Das Unternehmen wolle den Markt nicht verlieren, bevor es ihn überhaupt gibt. Um Privatanwender werde E-Plus jedoch vorerst nicht werben. Gleichwohl könnten auch sie die Notebook-Karte kaufen.
Auch O2-Sprecher Roland Kuntze sieht die UMTS-Laptop-Karte bisher vor allem im Geschäftskundenbereich. Für Privatanwender seien eher die Handys interessant, sagt Kuntze. Allerdings kämen auch schon Privatkunden in die Shops, die sich für die neuen Möglichkeiten interessierten.
T-Mobile verfolgt eine etwas andere Strategie. Im Gegensatz zu E-Plus wirbt die Telekom-Tochter auch bereits bei Privatkunden für die neue Karte. Immer mehr Privatanwender interessierten sich für die schnellere Datenübertragung, sagt Unternehmenssprecher Husam Azrak. Den hohen Preis begründet er mit Subventionen im Tarifbereich. T-Mobile wolle seinen Kunden nicht in erster Linie Hardware verkaufen, sondern ihnen neue Anwendungsmöglichkeiten eröffnen.
Noch immer sehr teuer: der UMTS-Dienst selbst
Die schnelle Datenübertragung per UMTS kostet - wie auch bisher im Mobilfunk - deutlich mehr als über das Festnetz. T-Mobile berechnet für den Tarif DataConnect inklusive zehn Megabyte (MB) Übertragungsvolumen pro Monat rund 15 Euro. Zieht man die Grundgebühr ab, ergeben sich Kosten von einem Euro pro MB Datenübertragung. Die Preise der anderen Netzanbieter sind ähnlich. Dafür bekommt ein DSL-Nutzer je nach Tarif bereits ein Gigabyte (GB) Datenvolumen. Die mobile Datenübertragung ist somit um den Faktor 1000 teurer. Erst bei der pauschalen Abnahme größerer monatlicher Datenpakete wird es billiger.
Für Privatnutzer ist die mobile Internetnutzung daher trotz der günstigen Einstiegspreise für die Hardware ein teurer Komfort. Vor allem, wenn das Inklusivvolumen erst einmal verbraucht ist - was bei zehn MB schnell passieren kann - kann die Rechnung bei Preisen von 1,60 Euro und mehr pro MB explodieren.
Björn Sievers, ddp
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