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28.09.2004
 

Digitales Antennenfernsehen

Schleichende Erfolgsgeschichte

Noch ist das digitale TV-Sendernetz nicht mehr als Stückwerk, werden nur wenige Ballungsräume per DVB-T versorgt. Entsprechend gering ist bisher der Marktanteil, doch Experten zweifeln nicht am Erfolg: Das Digi-Fernsehen per Zimmerantenne bietet erhebliche Vorteile – vor allem gegenüber dem Kabel.

Decoder: Die Preise sind innerhalb eines Jahres um gut 40 Prozent gefallen
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DDP

Decoder: Die Preise sind innerhalb eines Jahres um gut 40 Prozent gefallen

Lange galt der Fernsehempfang über Antenne als abgemeldet. Die Bundespost hatte seit den 80er Jahren tausende Kilometer Fernsehkabel verbuddelt und damit Dach- und Zimmerantennen das Wasser abgegraben. Programmvielfalt und Übertragungsqualität machten aus den Kabelgebühren eine gute Investition in die Wohnzimmerunterhaltung.

Seit mittlerweile gut einem Jahr arbeitet das Antennenfernsehen jedoch an seinem Comeback: DVB-T (Digital Video Broadcasting - Terrestrial) bringt die digitale Programmübertragung mit neuen und zum Teil interaktiven Möglichkeiten für die Übertragung durch die Luft. Wie beim Kabel bietet DVB-T mehr Programme als die herkömmliche analoge terrestrische Übertragung. Und wie beim Kabel ist DVB-T in Berlin gestartet und breitet sich jetzt nach und nach über die Republik aus.

Nach dem Start im August 2003 werden nun die weiteren deutschen Ballungsgebiete von der analogen Übertragung auf DVB-T umgestellt. Inzwischen gibt es das neue Digitalfernsehen auch in Teilen Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens. Anfang Oktober kommt das Rhein-Main-Gebiet hinzu. Für 2005 sind weitere Regionen geplant, darunter Halle/Leipzig, Erfurt/Weimar, Nürnberg, München und Stuttgart.

Die Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (GFU) wertet die bisherige DVB-T-Einführung als Erfolg. Allein in der Pilotregion Berlin und Brandenburg wurden seit dem Start rund 260.000 DVB-T-Empfänger verkauft. Das sind nach GFU-Angaben mehr, als es Antennenzuschauer vor der Umstellung gab. Insgesamt erwartet die Gesellschaft, dass bis Ende des Jahres 1,1 Millionen Empfangsgeräte für das terrestrische Digitalfernsehen in deutschen Haushalten stehen. DVB-T holt also auf, wenngleich nach wie vor die meisten Menschen in Deutschland über Kabel oder Satellit fernsehen.

DVB-T bietet vor allem einen besseren Empfang über die Antenne als bisher das Analogfernsehen. Da das Signal digital, also in Nullen und Einsen zerlegt, übertragen wird, reicht bereits eine Zimmerantenne aus, um ein gutes Bild zu bekommen. DVB-T macht Fernsehen somit wirklich mobil. Nicht nur im Schrebergarten, auch im Auto während der Fahrt funktioniert das Digitalfernsehen. Darüber hinaus offeriert DVB-T weitaus mehr Programme als das Analogfernsehen - bis zu 20 in der endgültigen Ausbaustufe.

Die Fernsehsender, die sich ebenso wie die Gerätehersteller an der TV-Plattform (www.tv-plattform.de) beteiligen, die für DVB-T verantwortlich ist, träumen allerdings noch von weiteren Möglichkeiten. Mit der Multimedia Home Plattform (MHP) wollen sie in Zukunft neue interaktive Dienste und Programmvorschauen anbieten, die über den bisherigen Teletext weit hinaus gehen.

Auch wenn sich DVB-T noch nicht durchgesetzt hat, steht die nächste Fernsehneuerung bereits in den Startlöchern: DVB-H (Digital Video Broadcasting - Handheld). Dabei handelt es sich um die digitale Übertragung des Fernsehsignals für Handys und Taschencomputer. Seit September läuft der erste Feldversuch mit einem eigenen DVB-H-Sendernetz - einmal mehr in Berlin.

Björn Sievers

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