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Handys Keine Chance für den Blauen Engel

2. Teil: Weiter im zweiten Teil: Wie viel Vorsorge ist notwendig?

Wie viel Vorsorge ist notwendig?

Das Bundesamt für Strahlenschutz sagt jedoch, es gebe Hinweise auf mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die sollte man ernst nehmen und nicht einfach abtun. "Man muss sich über Risiken frühzeitig Gedanken machen, da sie viele Menschen betreffen könnten", so BFS-Sprecher Daiber. "Aus Gründen der Vorsorge sollte man daher vermeidbare Strahlenbelastungen ausschließen."

Doch Experten weisen darauf hin, dass Funktechnik allein für das Fernsehen schon seit rund 60 Jahren im Einsatz ist. Kaum jemand rege sich darüber auf. Der Bitkom-Experte Schulz sagt, die Felder der Mobilfunknetze und die für die Fernsehprogramme seien vergleichbar stark. Das Mobilfunknetz sei jedoch anhand der Antennen sichtbarer und deshalb erführe dieses Thema eine größere Aufmerksamkeit.

Das Design entscheidet über den Strahlenwert

Während die Mobilfunkantennen bei der Bevölkerung häufig zu Protesten führten, seien die Klagen über Mobiltelefone nur gering. So meinen die Hersteller auch, nur wenig Interesse in der Bevölkerung für strahlungsarme Handys festzustellen. "Die Handytelefonierer interessiert nicht der SAR-Wert, sondern was ein Mobilfunktelefon alles kann", sagt Schulz. Dass die Nutzer der Handys beim Telefonieren manchmal das Gefühl hätten, das Ohr werde heiß, rühre an der Abdeckung der Wange durch das Gerät und an der Eigenerwärmung durch die Batterie. Die Felder tragen praktisch nicht zur Erwärmung bei. Erst bei einer theoretischen, sehr hohen Überschreitung des Grenzwertes von 2 W/kg könnte es zu einer Erwärmung durch das Feld kommen, die als kritisch angesehen wird.

Derzeit schwanken die SAR-Werte der Handys selbst innerhalb der Gerätepalette eines Herstellers deutlich, wie eine Liste der SAR-Werte zeigt, die das BFS im Internet veröffentlicht. So hat Motorola beispielsweise Geräte, die einen Wert von 0,12 W/kg aufweisen, andere liegen bei 1,35 W/kg. Schulz erklärt das vor allem mit dem Design der Handys. Derzeit wiesen große, dicke Geräte einen niedrigeren SAR-Wert auf, sind die Geräte klein und flach liege der Wert höher.

Der Experte geht davon aus, dass die Geräte künftig tendenziell immer effektiver die Funkenergie nutzen und daher immer weniger Energie an den Kopf des Nutzers abgeben werden. Das liege aber nicht daran, dass die Hersteller glaubten, dass sei gesünder, sondern daran, dass die Netzanbindung optimiert und die Standby-Funktion dadurch verlängert werde.

Dem BFS kann das nur recht sein, auch wenn der Blaue Engel weiterhin bei den Herstellern keine Berücksichtigung findet. So steht ein Beweis auf mögliche Auswirkungen weiterhin aus. "Letztendlich werden wir erst mehr wissen, wenn die WHO-Studie beendet ist", sagt Daiber.

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