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15.11.2004
 

Trick-E-Mails

Falsche Telekomrechnungen verteilen Trojaner

"Mit dieser E-Mail", heißt es in einer Nachricht, die in den letzten Tagen Zehntausenden von Web-Nutzern zuging, "erhalten Sie Ihre aktuelle Rechnung und - soweit von Ihnen beauftragt - die Einzelverbindungsuebersicht." Doch statt der angeblichen Telekomrechnung gibt's nur einen Trojaner.

Leinen ausgeworfen: Sieht friedlich aus, fühlt sich aber fies an, wenn man am Haken hängt
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AP

Leinen ausgeworfen: Sieht friedlich aus, fühlt sich aber fies an, wenn man am Haken hängt

Die Methode kennt man vom Phishing: Eine Lockmail, die als Nachricht einer renomierten Firma aufgemacht ist, soll den Empfänger auf eine präparierte Webseite führen. Dereinst nutzten "Phisher" solche Potemkinschen Dörfer im Netz, um sich PIN-, TAN-Nummern und Passwörter zu erschleichen. In den letzten Wochen jedoch wird die Methode immer wieder angewandt, um Nutzern des Internet Explorer einen Trojaner unterzujubeln.

Trojaner sind Schadprogramme, die auf einem Rechner hinterlegt werden, um diesen auszuspionieren, zu übernehmen oder mit Viren zu infizieren. Sie öffnen "Hintertüren" zum Internet, durch die der Autor des Trojaners direkten Zugriff auf den ihm fremden Rechner bekommt.

Vergleichsweise "überzeugend" wirkt die Mail, weil sie dreist echte Telekom-Adressen als Links verwendet. Die eine Web-Adresse jedoch, auf die es ankommt, findet sich ganz am Fuß der Botschaft: Dort geht es zu einem obskuren Server in Los Angeles, die zwar nach Telekom aussieht, aber vor allem eines zu bieten hat - einen passgenauen Trojaner.

Der schleicht sich über eine seit längerem bekannte Schwachstelle des Internet Explorers ins System und wartet dort auf seine Aktivierung.

Die Telekom selbst hat damit natürlich nichts zu tun, ist so sehr Opfer der Attacke wie ihre Kunden. Solche Phishing-Tricks hängen sich grundsätzlich an großen Markennamen auf, imitieren deren Webseiten und Mailaussendungen. Hauptleidtragende dieser betrugsmethode waren bisher Unternehmen wie eBay, Amazon, Yahoo oder größere Banken.

Die oberste Direktive: Du sollst nicht klicken

Verbraucher sollten grundsätzlich nicht auf E-Mails von Unternehmen reagieren, die sie per Weblink zu einer Seite führen wollen, um dort vertrauliche Informationen abzurufen. Wer sich nicht im Klaren ist, ob eine Zuschrift echt ist oder nicht, sollte die Webseite des betreffenden Unternehmens selbst ansurfen und sich dort in den relevanten Account einloggen.

Die von der Trick-Mail genutzte Sicherheitslücke im Explorer ist seit längerem bekannt. Nutzer des Internet Explorer sollten ihre Browser-Software regelmäßig per Update auf dem neuesten Stand halten, Microsoft bietet für bekannte Sicherheitslücken regelmäßig Patches an.

Als weit weniger betroffen von solchen Sicherheitsproblemen gelten die Browser der Konkurrenzfirmen Opera, Mozilla (inkl. Firefox), Netscape, Apple (Safari), Konqueror (Bestandteil der Linux-KDE-Distributionen) und andere. Die meisten dieser Programme sind kostenlos erhältlich und bieten ihren Nutzern zudem Features, die teils deutlich über das hinaus gehen, was der Internet Explorer zu bieten hat (siehe Linkverzeichnis).

Die Trojaner-Lock-Mail im Wortlaut:

"Rechnung Online Monat November 2004 (Buchungskonto 6801432458)

Mit dieser E-Mail erhalten Sie Ihre aktuelle Rechnung und - soweit von Ihnen beauftragt - die Einzelverbindungsuebersicht.

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