Dass viele Benutzer sich nur wenig um die Sicherheit ihres Computer-Funknetzwerks (WLAN) scheren, ist kein Geheimnis. Der Rostocker IT-Professor Clemens Cap schätzt, dass fast 25 Prozent aller Nutzer von drahtlosen Netzen völlig ungeschützt vor Angriffen sind. "In fünf Sekunden kann man sich mit einem einfachen Laptop in so ein Netz einwählen", warnte Cap. Tests von Computerzeitschriften ergaben sogar, dass mindestens jeder zweite WLAN-Zugangspunkt ohne Verschlüsselung arbeitet.
Welche Folgen ein offenes WLAN haben kann, musste nun ein 39-Jähriger aus Hagen erfahren. Wie die Polizei mitteilte, bekam der Mann plötzlich eine E-Mail eines Internet-Auktionshauses, worin ihm zum Kauf eines Porsche zum Preis von 50.000 Euro gratuliert wurde. Den Ermittlungen zufolge war es einem Unbekannten gelungen, sich mit einem Laptop in das Firmen-WLAN des 39-Jährigen einzuloggen und dann das Auto zu ersteigern.
Das Funknetz hatte der Geschädigte selbst in seinem Betrieb installiert. Dessen Reichweite war aber offenbar größer als gedacht. WLAN (wireless local area network) ermöglicht die kabellose Verbindung mehrerer Rechner untereinander und mit dem Internet.
Viele WLAN-Betreiber schalten die so genannte WEP-Verschlüsselung des Funknetzes aus Nachlässigkeit oder Unwissenheit nicht an. Dadurch können nicht nur Nachbarn oder Unbekannte vor der Haustür kostenlos im Internet surfen. Mit entsprechender Software kann auch der gesamte Netztraffic mitgelesen werden, denn er läuft ja unverschlüsselt ab. Auf diese Weise lassen sich auch Passwörter ausspionieren, so dass ein Eindringling auch unter fremder Identität bei Auktionen bieten kann.
Für den Hagener WLAN-Betreiber hatte der Vorfall einen glücklichen Ausgang: Laut Polizei verzichteten sowohl der Porsche-Verkäufer als auch das Online-Auktionshaus darauf, Forderungen zu stellen.
Der Einbruch in ein WLAN kann jedoch weit schlimmere Folgen haben. Etwa, wenn Unbekannte über das fremde Netz massenhaft Spam verschicken, Kinderpornos ins Netz stellen oder Attacken gegen andere Server im Internet starten. Weil sie dies unter der IP-Adresse des arglosen WLAN-Betreibers tun, könnte dieser im Handumdrehen eine Klage am Hals haben, wobei für ihn schwer zu beweisen ist, dass er unschuldig ist. Nach dem Vorfall in Hagen appellierte die Polizei an alle WLAN-Nutzer, ihre Systeme unbedingt zu verschlüsseln.
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